Kurz vor Betriebsratsgründung hat der Sozialmedizinische Dienst in Wien drei Mitarbeiter auf die Straße gesetzt. Der SMD bestreitet das und führt andere Gründe für die Trennung an. Einer der Sanitäter zog vor Gericht erhält nun Geld.
Sie hätten Missstände in der Arbeit angeprangert und deshalb ihren Job verloren, so der Vorwurf. Vor zwei Jahren haben wir über die drei Sanitäter berichtet, die vom Sozialmedizinischen Dienst (SMD) gefeuert wurden, weil sie – wie sie erklärten – einen Betriebsrat gründen wollten. Der Arbeitgeber führte persönliche Verfehlungen für die Trennung an, etwa Missachtung von Dienstvorschriften oder nicht vertretbare Raserei mit dem Krankenwagen.
15.000 Euro zugesagt
Die Sache landete vor dem Arbeits- und Sozialgericht, weil sich zumindest Alexander Köberl – einer der drei Betroffenen – gegen seinen Rauswurf gewehrt hat. Nach langer Verhandlungszeit ist es jetzt zu einem Vergleich gekommen, der beiden Seiten das Gesicht wahren lässt. Der Sanitäter aus Hietzing hat nun 15.000 Euro – konkret sechs Bruttomonatsentgelte – zugesagt bekommen.
Im Hinblick auf das nahende Weihnachtsfest und als Starthilfe für seine neue berufliche Zukunft hat der SMD freiwillig eine Zahlung zugesagt und geleistet.
SMD-Anwalt Anton Becker
Der SMD erklärt über seinen Anwalt Anton Becker, er stehe grundsätzlich mit aktiven und ehemaligen Mitarbeitern in einem ausgezeichneten Einvernehmen. „Im Hinblick auf das nahende Weihnachtsfest und als Starthilfe für seine neue berufliche Zukunft hat der SMD einvernehmlich und damit freiwillig eine Zahlung mit einer Kalkulationsbasis von 15.000 Euro brutto zugesagt und auch pünktlich geleistet“, heißt es.
Das Dienstverhältnis zwischen den Streitparteien gilt dafür einvernehmlich mit 31. März 2023 als aufgelöst. Das macht Köberl jedoch nichts aus. Denn der Sanitäter hat zwischenzeitlich eine Pflegeausbildung absolviert und im niederösterreichischen Gesundheitswesen eine neue Beschäftigung gefunden.
„Ja, ich bin froh, wie es ausgegangen ist“, sagt Köberl zur „Krone“. Sein Anwalt, Johannes Bügler, ist ein echter Profi in Angelegenheiten des Arbeitsrechts. Der Rechtsspezialist ist zufrieden: „Wir haben ein gutes Ergebnis erzielt.“
Der SMD verfügt heute über einen Betriebsrat. „Beim SMD wurden in Zeiten des unvermeidlichen post-Corona Stellenabbaus ungestört Betriebswahlen abgehalten“, heißt es. Und weiter: „Einzelne Mitlgieder der unterlegenen Liste hätten 2023 versucht, als Ausgleich für ihr Scheitern mediale Bedeutung zu erklangen.“
Mit dem Vergleich, dürfte die Sache nun endgültig aus der Welt sein.
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