Systeme arbeiten

Kometenjäger "Rosetta" ist wieder hellwach

Wissenschaft
03.02.2014 14:43
Am 20. Jänner war die ESA-Raumsonde "Rosetta" nach 957 Tagen eines energiesparenden "Tiefschlafs" im Weltall reaktiviert worden, um die letzte Etappe ihrer zehnjährigen Reise zum Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko anzutreten, wo sie im November ein Landegerät absetzen soll. Nach intensiver Funktionsprüfungen hat die ESA jetzt bekannt gegeben, dass die Systeme des Kometenjägers wie erwartet arbeiten.

Nachdem eine innere Uhr "Rosetta" vor knapp zwei Wochen quasi aus dem Schlaf geklingelt hatte (siehe Infobox), begannen Experten der europäischen Weltraumagentur ESA mit den ersten Gesundheitschecks, um herauszufinden, wie gut die Sonde ihren 31-monatigen Dornröschenschlaf überstanden hat. Nach Tagen intensiver Funktionsprüfungen hat das Kontrollteam bekannt gegeben, dass die Systeme des Kometenjägers wie erwartet funktionieren.

Sonnensegel erzeugen genug Strom
"Unsere größte Sorge war die Stromversorgung und die Frage, ob die Sonnensegel ausreichend Energie liefern würden, um die geplanten Vorgänge der Wiederinbetriebnahme zu unterstützen", so Andrea Accomazzo, ESA-Leiter für den Missionsbetrieb von "Rosetta". "Obwohl wir noch immer 673 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt waren, konnten wir ausreichend Solarenergie generieren, und es scheint, als hätten die Systeme den Winterschlaf ohne Schaden überstanden", freut sich der Wissenschaftler.

Auch die Reaktivierung von drei der vier Gyroskope – rotierende Scheiben zur Lagekontrollregelung der Sonde, die den Forschern Kopfzerbrechen bereitet hatten – verlief einwandfrei. Das vierte Gyrsokop wird voraussichtlich innerhalb der kommenden Wochen aktiviert. "Wir sind wieder 'auf Sendung', und zwar mit einer voll funktionstüchtigen Sonde", so Accomazzo. In den kommenden Wochen werden nun die Flugsysteme an Bord von "Rosetta" getestet und konfiguriert, darunter auch der Festkörper-Massenspeicher, der wissenschaftliche und Betriebsdaten zwischenspeichert, bevor sie - von der Erde aus - heruntergeladen werden.

Instrumente werden nach und nach aktiviert

Anschließend folgt die nächste, bis April angesetzte Phase, in der die Forscher vom Raumflugkontrollzentrum ESOC der ESA in Darmstadt aus den Betrieb der elf Instrumente der Sonde wiederherstellen. Im März werden zudem die zehn Instrumente von "Philae" - dem ersten Landmodul in der Geschichte der Raumfahrt, das auf einem Schweifstern ausgesetzt wird - nach und nach wieder eingeschaltet und auf ihre Funktionstüchtigkeit getestet.

"In den nächsten drei Monaten werden wir dafür sorgen, dass sämtliche Instrumente nach ihrer zehnjährigen Reise durch das Sonnensystem bei der lang ersehnten Ankunft am Kometen voll funktionstüchtig sind", so Fred Jansen vom ESA-Missionsteam.

Sonde ist bereits seit 2004 unterwegs
Die 2004 gestartete Sonde ist zurzeit rund neun Millionen Kilometer von ihrem Zielobjekt entfernt. Im November soll sie auf 67P/Tschurjumow-Gerassimenko - einem Vier-Kilometer-Brocken aus Eis, gefrorenem Gas und Staub - das an Bord befindliche Minilabor "Philae" absetzen, das Daten über die Entstehung unseres Sonnensystems vor 4,6 Milliarden Jahren liefern soll.

Der Komet Tschurjumov-Gerassimenko umkreist alle 6,45 Jahre einmal die Sonne und gilt wie seine unzähligen Artgenossen als Überbleibsel aus der Entstehungszeit des Sonnensystems von 4,6 Milliarden Jahren. Forscher glauben, dass ein Teil des Wassers auf der Erde von Kometeneinschlägen stammt - und wahrscheinlich auch viele organische Moleküle, die eine Schlüsselrolle bei der Entstehung von Leben spielten.

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