52. im Hitze-Marathon

Aaron Gruen: „Es ging heute nur ums Überleben!“

Sport-Mix
15.09.2025 08:23
Porträt von Olaf Brockmann
Von Olaf Brockmann

„Das war der mit Abstand schlimmste Marathon meines Lebens. Ich wollte nur durchkommen“, stöhnte Österreichs Rekordläufer Aaron im Ziel des höllischen WM-Rennens über die klassischen 42,195 km in Tokio. Aber er kämpfte sich bei seiner WM-Premiere durch und belegte mit 2:22:07 den 52.Platz, kniete dann vor Glück nach dem Ziel nieder. „Ich bin stolz, durchgehalten zu haben!“

Die „Krone“ berichtet aus Tokio

„Es wäre ein Leichtes gewesen, heute aufzugeben“, bekannte der 26-Jährige, der heuer den österreichischen Rekord auf 2:09:53 verbessert hatte, „aber das kam einfach nicht in Frage. Mir war es egal, ob ich in ein Krankenhaus komme oder sterbe. Ich wollte nur das Ziel erreichen. Denn es war eine Ehre, für Österreich laufen zu dürfen.“

Krämpfe kurz vor dem Ziel
Natürlich sei es nicht das gewesen, war er sich vorgenommen hatte. „Ich hatte mir das alles anders vorgestellt.“ Denn das Rennen entwickelte sich für ihn bald zu einem wahnsinnigen Härtetest. „Die erste Hälfte war noch ganz gut, bis zum 22. Kilometer lief es nach Plan. Aber dann war es, als ob sich ein Lichtschalter umgelegt hatte.“ Dennoch machte er nach dem Halbmarathon (65. in 1:07:39) noch sehr viele Plätze gut. Schließlich kamen bei Kilometer 41 aber auch noch Krämpfe im Oberschenkel und im Bauch hinzu. Trotz all diesen Problemen konnte er gegenüber der Rangliste vor dem Rennen sogar 38 Plätze gutmachen, was großartig war. Und schließlich war er 16. Europäer, was auch für ihn spricht.

Trotzdem haderte er immer wieder ein wenig mit sich selbst. „Vielleicht war die Anreise doch etwas zu kurz.“ Erst drei Tage vor seinem WM-Debüt aus Boston war er eingeflogen. Aber wegen seines Studiums an der Harvard Medical School war eine frühere Anreise unmöglich. Und er musste sogar – nach einem Mittagessen mit seinem Vater in Tokio – noch am Montag in die USA zurückfliegen.

Dramatischer Sprint um Gold
Im Interview nach dem Marathon hatte sich Aaron Gruen erkundigt, wie das Rennen ausgegangen sei. Da erfuhr er, dass es an der Spitze so dramatisch wie noch nie verlaufen sei. In einem Zielsprint, wie man ihn von einem 100-m-Finale kennt, setzte sich Alphonce Felix Simbu aus Tansania erst nach Zielfotoentscheid in 2:09:48 vor dem zeitgleichen Amanal Petros (D) durch.

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