



Steiermarkweit machten es sich diesen Sommer auffallend viele Störche gemütlich. Selbst die nördlichen Regionen werden für die Tiere immer attraktiver. Jetzt starten sie den Rückflug nach Afrika – einige erstmals mit Markierung am Bein.
Die Freude war groß, als sich im Frühjahr in Bruck an der Mur erstmals zwei Störche niederließen. Bereits vor neun Jahren hatte man einen Horst errichtet, heuer wurde er erstmals angenommen. „Die Störche breiten sich immer weiter aus – vom Mur- und Mürztal bis nach Rottenmann“, sagt Storchenexperte Helmut Rosenthaler. „Dort oben gibt es noch viele Wiesen, Feuchtgebiete und Tümpel“, erklärt er. In diesen Gebieten finden die Vögel Mäuse, Heuschrecken, Schlangen, Eidechse, Frösche und was ihnen sonst noch so schmeckt.
Mit seiner Storchenstation im südsteirischen Tillmitsch ist Rosenthaler landesweit bekannt. Heuer hatten er und sein ehrenamtliches Team alle Hände voll zu tun: „Wir hatten heuer 40 Störche – so viele wie noch nie.“ Versorgt werden Verletzte gleichermaßen wie Halbwaisen, wenn zum Beispiel ein Elternteil angefahren wurde. „Ein Storch allein kann keine Kinder aufziehen.“
In der Regel legt ein Weißstorch fünf Eier, meist überleben aber nur drei Junge. Über diverse Webcams und von vielen Dorfplätzen aus werden die kleinen plüschigen Vögel beobachtet. Schwieriger ist das bei den Schwarzstörchen, die auch in der Steiermark ansässig sind: Sie leben oft im Wald. Sämtliche Junge haben die letzten Wochen ihre Flügel trainiert und werden nun flügge. „Die Abreisezeit hat schon eingesetzt“, sagt Rosenthaler.
Auch im Raum Gleisdorf – mit knapp 15 Horsten eine wahre Storchenhochburg – wurden bereits die Koffer für Afrika gepackt. Ein dreiköpfiges Team (Werner Schenk, Franz Schlögl und Sepp Krickler) ist im Bezirk Weiz im Einsatz: „90 Prozent der Störche sind bereits zurückgeflogen. Ein paar warten aber noch auf den passenden Wind“, sagt Schenk. Er zieht eine positive Bilanz: „Heuer war ein besonders gutes Storchenjahr. Wir hatten viele Junge, und nur wenige sind verendet.“
Außerdem wurde erstmals ein Teil von ihnen vor dem Abflug „beringt“. Eine Markierung am Bein soll dabei helfen, ihr Zugverhalten zu studieren. Während ältere Adebare meist im nordafrikanischen Raum bleiben, fliegen Jungstörche bis nach Südafrika. Sie kommen erst in drei Jahren wieder zu uns, wenn sie geschlechtsreif sind. Zwölf Stöche bleiben allerdings dauerhaft in der Steiermark: In Tillmitsch kümmert man sich ganzjährig um jene, die verletzt und flugunfähig sind. Freiwillige Mitarbeiter werden gesucht.
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