Möstl im Interview

„Daran denkt man nicht – das passiert einfach“

Handball
24.12.2025 14:00

In der stärksten Handball-Liga in den Top-3, das Ticket für das Cup-Final-4 gelöst und eine Europameisterschaft vor den Augen. Im Interview mit der „Krone“ sprach Team-Goalie Constantin Möstl über die Erfolge mit Lemgo, Österreichs Neo-Trainer Iker Romero, die EM in Skandinavien und seinen Wunsch ans Christkind …

„Krone“: Consti, sieben Liga-Spiele ungeschlagen, Siege gegen die Füchse und Flensburg sowie Rang drei in der Tabelle. So lässt es sich ein Jahr durchaus ausklingen …
Möstl: Wir haben es heuer geschafft, uns in einen Flow zu spielen und einfach Spaß am Handballspielen zu haben. Wir gehen in jedes Spiel mit dem Selbstverständnis, dieses auch gewinnen zu wollen und zu können. Jeder hat seine Rolle, jeder weiß, was zu tun ist.

Du darfst im April mit Lemgo obendrein beim Cup-Final-4 um den Titel mitspielen. Wie groß ist die Vorfreude auf Köln?
Riesig! Ich hätte mir nie erwartet, dass ich in meinem zweiten Bundesliga-Jahr in Köln spielen darf. Über so etwas denkt man nicht nach, das passiert einfach – dieses Jahr ist es passiert. Es ist schon einzigartig, mit deinem Verein vor 20.000 Leuten spielen zu dürfen. Das nehme ich nicht für selbstverständlich. Die Reise ist allerdings noch nicht vorbei. Wir werden dort angasen – egal, gegen wen.

Seit 2024 steht Möstl für Lemgo Lippe im Kasten.
Seit 2024 steht Möstl für Lemgo Lippe im Kasten.(Bild: GEPA)

Kommenden Sommer bekommst du mit Domenico Ebner einen neuen Goalie-Kollegen zur Seite gestellt. Eine Unterstützung im Kasten, oder ein neuer Konkurrent um Spielminuten?
An der Situation ändert das nichts. Natürlich gibt es einen gewissen Konkurrenzkampf, aber schon gemeinsam mit Urh (Kastelic, Anm.) haben wir es geschafft, ein Miteinander zu bilden. Man freut sich füreinander, gibt dem anderen Goalie Tipps und will, dass die Mannschaft Erfolg hat – egal, wer spielt. Ich kann mit vollem Ernst und gutem Gewissen sagen, dass es keinen Neid gibt. Das wird nächstes Jahr nicht anders sein. Ich habe genug Vertrauen in mich, weiterhin meine Leistung zu bringen und wenn ich nicht erster Torhüter bin, dann ist es so. Wenn Domenico gut hält, hat die Mannschaft auch Erfolg. Es wird ein gutes Miteinander.

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Es ist schon einzigartig, mit deinem Verein vor 20.000 Leuten spielen zu dürfen. Das nehme ich nicht für selbstverständlich.

Constantin Möstl

Mit Iker Romero hast du im Nationalteam seit April einen neuen Cheftrainer. Wie wohl fühlst du dich unter dem Spanier, was ist Romero für ein Typ?
Er ist ein ähnlicher Typ wie Ales Pajovic. Man kann gut mit ihm scherzen, er versteht direkt unseren Schmäh – auch wenn er uns vielleicht sprachlich nicht oft versteht. Iker sieht, dass wir eine andere Mannschaftsdynamik haben, als es in anderen Teams der Fall ist. Im Vergleich zu Ales legt er mehr Fokus auf Taktik. Wir verstehen uns sehr gut, es harmoniert auf jeden Fall. Die Mannschaft ist jedoch dieselbe, wir werden weiterhin unseren Schlapfen herunterspielen.

ÖHB-Teamchef Iker Romero
ÖHB-Teamchef Iker Romero(Bild: Eva Manhart)

Bei der anstehenden EM trifft Rot-Weiß-Rot mit Serbien, Spanien und Deutschland auf drei Hammer-Gegner. Was ist für Österreich drinnen?
Wir haben in der Gruppe drei Spiele, in denen wir 100 Prozent geben müssen – da darfst du dir nichts erlauben. So ehrlich muss man sein: Wir wollen weit kommen, vermeintlich schwächere Gegner hätten wir natürlich auch mit Handkuss genommen. Anderseits können wir es nicht ändern. Wir wissen, was wir drauf haben und sind bereit, diese Aufgabe anzunehmen. Die Situation wird eine ähnliche wie 2024 sein: Es wird niemand etwas von uns erwarten können, weil wir eben gegen Weltmannschaften spielen. Gleichzeitig haben wir die Erwartung, etwas zu erreichen. Wenn wir uns erneut in einen Flow spielen, werden wir wieder das ganze Land mitnehmen können. Nach der erfolgreichen EM 2024 ist der Druck natürlich größer, aber darüber dürfen wir uns keinen Kopf machen. Wir müssen bei uns bleiben und realistisch an die Aufgabe herangehen.

Heiligabend steht vor der Tür: Wie läuft Weihnachten im Hause Möstl ab?
Essen, Geschenke, Singen, Spiele spielen. Morgen geht es dann samt Familie zurück nach Lemgo, wo wir am 26. unser Weihnachtsspiel haben.

Auch vor Ausflügen in die Offensive schreckt der 25-jährige Wiener nicht zurück:

Dein Wunsch ans Christkind …
Nach meiner Einlage gegen den BHC lautet mein Neujahresvorsatz, öfter in die Offensive eingebunden zu werden. Das habe ich unserem Trainer Flo Kehrmann auch schon so gesagt. Ob der Wunsch in Erfüllung geht, ist jedoch ein anderes Thema (lacht).

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