So, 19. August 2018

Studie mit Mäusen

13.12.2013 09:01

Creutzfeldt-Jakob-Krankheit über Blut übertragbar?

Die tödliche Creutzfeldt-Jakob-Krankheit (CJD) kann möglicherweise durch Blut und Blutprodukte zwischen Menschen übertragen werden. Ein internationales Forscherteam konnte laut eigenen Angaben erstmals zeigen, dass es auch im Blut Erreger geben muss. Das lege eine Studien an Mäusen nahe, so die Wissenschaftler.

In Experimenten mit Proben von CJD-Patienten gelang es Forschern aus Deutschland, Frankreich und Spanien, die Erkrankung auf Mäuse zu übertragen, wie aus der im US-Fachblatt "Emerging Infectious Diseases" erschienenen Studie hervorgeht. Dies deutet darauf hin, dass die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit theoretisch auch zwischen Menschen durch Blut weitergegeben werden könnte, heißt es.

Erreger bislang nicht im Blut nachgewiesen
"Bisher hat keine der epidemiologischen Studien einen Zusammenhang nachweisen können. Allerdings muss man den Befund jetzt ernst nehmen und genau klären, wo und wann die Infektiosität im Blut auftritt", erklärte die an den Forschungen beteiligte deutsche Neurologin Inga Zerr. Den Erreger an sich habe man im Blut bisher nicht nachgewiesen.

Bisher galt lediglich als sicher, dass die CJD beispielsweise durch verunreinigte Instrumente bei Hirnoperationen oder durch Wachstumshormone, die aus menschlichen Hirndrüsen hergestellt wurden, übertragen werden kann.

Im Grunde genommen wird aber bei Operationen seit Jahren auf ein eventuelles CJD-Risiko geachtet. Es gibt auf chirurgischen Abteilungen spezielle Vorgangswesen bei Hygiene und Sterilisation. Eine mögliche Übertragung via Blutkonserven und Blutprodukte wird in Fachkreisen seit Jahren diskutiert. Auf der anderen Seite gibt es in Kontinentaleuropa bisher keine Hinweise auf eine größere Verbreitung von CJD.

Krankheit tritt beim Menschen sehr selten auf
Die Creutzfeldt-Jakob-Krankheit tritt beim Menschen sehr selten auf, verläuft immer tödlich und ist durch atypische Eiweiße (sog. Prionen) gekennzeichnete. Charakteristisch für CJD ist, dass die abnorm gefalteten Prionproteine vor allem im Gehirn den dort normalerweise vorhandenen Vettern mit gesunder Struktur ihre veränderte Struktur aufzwingen und dort einen verhängnisvollen biochemischen Prozess auslösen, der letztlich zu einer Degeneration des Gehirns führt. Bei fortschreitender Erkrankung nimmt das befallene Gehirn eine schwammartig durchlöcherte Struktur mit fadenförmigen, proteinhaltigen Ablagerungen an.

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