Hatte kahle Stellen
Zoo-Eisbär in Chicago ist auf Menschen allergisch
Ein medizinisches Rätsel rund um das Eisbär-Männchen „Siku“ in Chicago ist gelöst. Lange Zeit war unklar, warum der Vierbeiner Haare verlor und unter Juckreiz litt. Nun steht fest: Das Zootier ist auf Menschen allergisch.
Die Pfleger im Lincoln Park Zoo wunderten sich seit mehreren Jahren, dass „Siku“ kahle Stellen in seinem Fell hatte, wie der Sender BBC berichtete. Er rieb sich an Gegenständen in seinem Gehege, um sich zu kratzen: Der Eisbär litt ganz offensichtlich unter einem quälenden Juckreiz.
Menschliche Hauptschuppen lösen Reaktionen aus
Nachdem Haut- und Allergietests durchgeführt wurden, stellte sich heraus, dass das Tier auf Hausmilben und verschiedene Pollenarten allergisch ist. Ganz besonders dramatisch war seine Reaktion jedoch auf menschliche Hauptschuppen.
In diesem Facebookbeitrag ist „Siku“ zu sehen:
Einige Experten vermuten, dass Tiere auf Bauernhöfen und in Zoos häufiger von Allergien betroffen sind, weil sie in einem vom Menschen geschaffenen Umfeld leben. Darin sind sie weniger mit Parasiten und Bakterien konfrontiert, denen sie in der freien Wildbahn ausgesetzt wären. Auf diese Weise würde das Immunsystem in ein Ungleichgewicht geraten, so die Theorie.
Beim Training mit den Eisbären achtet die Trainerin darauf, Handschuhe zu tragen, wie man in diesem Beitrag sieht:
Allergien als Nebenwirkung besserer Hygiene
Eine Allergie ist eine Überreaktion des Körpers auf eigentlich harmlose Substanzen wie Pflanzenpollen oder Lebensmittel wie Nüsse. Annette Petersen, Tierärztin und Dermatologin an der Michigan State University, erklärte gegenüber BBC, dass Zoobewohner mit parasitenfreiem Essen gefüttert werden. Damit nehmen sie aber auch keine Bakterien mit dem Essen auf, die sie in der Wildnis vor Krankheiten oder Allergien schützen. Die Allergie ist somit eine Nebenwirkung der hygienischen Lebensbedingungen in der Gefangenschaft.
Mittlerweile hat man „Sikus“ Problem gut im Griff. Er bekam eine Kombination von allergieauslösenden Stoffen, die ihm mit Honig verabreicht wurden. Dieser Cocktail soll dem Tier helfen, sich an sein Umfeld zu gewöhnen. In späteren Tests, die durchgeführt wurden, reagierte der Eisbär schon viel schwächer auf die allergieauslösenden Stoffe.

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