Herzig

Ein kleines Wildtierwunder: „Ottilies“ Rettung

Tierecke
28.03.2025 10:50
Porträt von Diana Zwickl
Porträt von Tierecke
Von Diana Zwickl und Tierecke

Es ist ein seltener Anblick, der die Herzen aller berührt: Ein verletztes Otterbaby, das verzweifelt fiept, allein und hilflos in einem Schuppen in Niederösterreich zurückgelassen. Doch ein glücklicher Zufall führt das kleine Wesen in die Eulen- und Greifvogelstation Haringsee.

Völlig erschöpft, mit wundgescheuerten Pfoten und einem schmerzhaften Abszess am Kopf wurde ein verwaistes Otterbaby von einem aufmerksamen Landwirt in Naarn an der Donau (Niederösterreich) gefunden. Als letzte Zuflucht verkroch sich das Tier in einem dunklen Schuppen.

Zurück ins Leben
Zunächst für einen kleinen Otterjungen gehalten, wurde aus „Otti“ schließlich „Ottilie“ – ein Name, der für eine zweite Chance steht. Denn das Otter-Weibchen fand ihren Weg in die Eulen- und Greifvogelstation Haringsee (EGS). Dort bekam sie die lebensrettende Versorgung und erholt sich seitdem bestens von ihren Verletzungen.

Mittlerweile frisst die tapfere kleine Kämpferin bereits selbstständig. Bis sie jedoch ausgewildert werden kann, braucht sie weiter liebevolle Pflege – mit der nötigen Distanz, damit sie ihre natürliche Scheu vor Menschen bewahrt. Denn nur so kann sie eines Tages wieder in die Wildnis entlassen werden, wo sie hingehört.

Richtig verhalten, richtig helfen

Vorgehen bei der Rettung eines (verletzten) Wildtieres: 

  • Situation einschätzen: Wildtiere, insbesondere junge Tiere, werden oft von ihren Müttern für eine kurze Zeit allein gelassen. Zuerst das Tier aus sicherer Entfernung beobachten.
  • Ruhe bewahren – Stress überträgt sich auf das ohnehin schon verängstigte Tier.
  • Wildtierstation/Tierarzt kontaktieren: Wenn das Tier ganz eindeutig krank, verletzt, verwaist oder in direkter Gefahr ist, mit einer Wildtierstation oder einem Tierarzt in Verbindung setzen. Diese Fachleute können genau sagen, was zu tun ist, und das Tier, falls nötig, in die richtige Pflege bringen.
  • Direkten Kontakt zum Tier reduzieren, um eine Prägung auf den Menschen zu vermeiden.
  • Nicht füttern! Gefährlicher, als einem Wildtier nichts zu essen oder zu trinken zu geben, ist, ihm das Falsche zu geben.

Erfolgreiche Wildtierhilfe in Haringsee
Die vom Verein „Vier Pfoten“ geführte Eulen- und Greifvogelstation Haringsee leistet Jahr für Jahr einen unverzichtbaren Beitrag zum Schutz unserer heimischen Wildtiere. Alleine 2024 sind dort rund 3.000 Tiere gerettet und gesundgepflegt worden. Ob Eulen, Greifvögel, Feldhasen oder eben kleine Otter wie „Ottilie“: Dank der fachkundigen Pflege des EGS können viele dieser Wildtiere wieder eigenständig in ihrem natürlichen Lebensraum überleben.

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