31.07.2013 09:14 |

Feuerwut in Moskau

Großbrand bei Staats-TV: 1.000 Personen evakuiert

Ein mächtiger Brand auf dem Ostankino-Gelände des russischen Staatsfernsehens hat am Dienstagabend in Moskau einen Großeinsatz der Feuerwehr ausgelöst. Mehr als tausend Menschen mussten evakuiert werden. Über Verletzte gab es keine Meldungen. Das Unglück könnte ersten Ermittlungen zufolge von einem Kurzschluss in einem Raum mit Kulissen und Dekoration verursacht worden sein, sagte Zivilschutzminister Wladimir Putschkow.

Aber auch fahrlässige Brandstiftung steht im Raum. Die Polizei ermittle wegen fahrlässiger Brandstiftung, sagte ein Justizsprecher dem TV-Sender Erster Kanal. In jenem Raum mit Kulissen und Dekorationen, in dem der Brand am Vorabend ausgebrochen war, habe ein Angestellter möglicherweise geraucht.

Dutzende Löschzüge der Feuerwehr rasten zu dem Komplex im Norden der Millionenmetropole. In dem mehrstöckigen Haus sollen sich zum Zeitpunkt des Brandes mehr als 1.000 Mitarbeiter der Sender NTW und Erster Kanal aufgehalten haben. Das Gebäude wurde eilig evakuiert.

Eine Livesendung habe untergebrochen werden müssen, sagte der Sprecher der Rettungskräfte, Alexander Gawrilow. Zudem wurde ein Fußballspiel ohne Ton ausgestrahlt, da der Kommentator das Gebäude verlassen musste. Augenzeugen sprachen von einer riesigen Rauchwolke.

"Professioneller Feuerwehreinsatz" verhinderte Schlimmeres
Der Feuerwehr gelang es am späten Dienstagabend, den Brand zu löschen. Putschkow zufolge gab es Sachschaden, aber keine Verletzten. "Ohne den professionellen Einsatz der Feuerwehr hätte das ein böses Ende nehmen können", sagte der Zivilschutzminister der Agentur Interfax. Mehr als 150 Rettungskräfte seien im Einsatz gewesen.

Auch Generaldirektor Konstantin Ernst vom Ersten Kanal habe geholfen, sagte Gawrilow. "Er schilderte genau, wie wir die Leute am schnellsten aus dem Gebäude bekommen", sagte er. Die Brandfläche soll mindestens 150 Quadratmeter groß gewesen sein.

Vier Tote bei spektakulärem Brand im Jahr 2000
Das Feuer weckte Erinnerungen an das Jahr 2000, als ein spektakulärer Brand in dem 540 Meter hohen Funk- und Fernsehturm in Ostankino vier Menschen tötete. "An diese Katastrophe musste natürlich jeder denken", gestand Gawrilow.

In Russland kommt es wegen Verstößen gegen Sicherheitsvorschriften immer wieder zu schweren Bränden. Jedes Jahr sterben dabei landesweit etwa 15.000 Menschen - ungefähr viermal so viel wie in den USA, die mehr als doppelt so viel Einwohner haben.

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