11.07.2013 13:47 |

Tiefe Löcher in Mauer

Massiver Felssturz in Stadt Salzburg: Bordell beschädigt

Zu einem gewaltigen Felssturz ist es am Donnerstag mitten in der Stadt Salzburg gekommen. Eine fünf Tonnen schwere Felsplatte hat sich aus einer Wand des Kapuzinerbergs gelöst und ist 60 Meter tief auf den Parkplatz des "Sauna-Massage-Tempels" gestürzt. "Zwei Querschläger haben die Ziegelmauer des Erdgeschoßes und des ersten Stockes durchlagen. Die Löcher sind einen halben Meter tief", so Landesgeologe Rainer Braunstingl. Verletzt wurde niemand.

Die Felsplatte zerteilte sich beim Aufprall am Boden in vier große, 500 bis 800 Kilogramm schwere Blöcke. Einige Felsstücke wurden über den zehn Meter breiten Parkplatz des Gebäudes bis zur Fürbergstraße hinausgeschleudert. Im "Sauna-Tempel" selbst habe sich zum Zeitpunkt des Felssturzes nur ein Mensch aufgehalten, schilderte der Landesgeologe. "Dem Mann ist nichts passiert. Er hat einen lauten Knall gehört." Das Haus war für den Betrieb noch nicht geöffnet, auf dem Parkplatz standen keine Fahrzeuge.

Verwitterung als Ursache für Felssturz
Als Ursache des Felssturzes ortete Braunstingl eine Verwitterung. Es habe sich zwischen der Wand und der Felsplatte eine Kluft gebildet, die sich mit Erde und Wurzeln gefüllt hatte. Vermutlich während der starken Regenfälle im Juni habe sich die Platte gelockert, erklärte der Landesgeologe. Eine Überprüfung mit bloßem Auge reiche da nicht aus, um die Gefahr zu erkennen.

Der Sachschaden durch den Felssturz ist hoch, er konnte aber noch nicht beziffert werden. Benachbarte Häuser hätten schon vor zehn Jahren schwere Steinschlagnetze errichten müssen, sagte Braunstingl. Bei dem nun betroffenen Gebäude habe es aber noch keine baurechtliche Verpflichtung dafür gegeben. Jetzt werde jedoch ein Baubescheid für Schutzbauten vorgeschrieben.

Die Wand, von der sich die Felsplatte gelöst habe, stehe im privaten Besitz. Die Bergputzer, welche die Felswände der Hausberge Salzburgs regelmäßig nach lockerem Gestein und anderen Gefahren absuchen und säubern, würden seit 15 Jahren gemeindeeigene Gründe überprüfen, erläuterte der Geologe.

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