Einzig die Arbeitslosigkeit soll dem Bericht zufolge in diesem und dem nächsten Jahr nach internationaler Berechnung bei 4,7 Prozent verharren. Eine schnellere Rückkehr des Wirtschaftsvertrauens könnte in kurzer Zeit den heimischen Konsum und Investments ankurbeln.
Verschlechtern könnte sich die Wirtschaftslage in Österreich jedoch durch eine neuerliche Zuspitzung der Euro-Staatsschuldenkrise und einen schwächeren Wachstumsausblick in Osteuropa, heißt es in der Studie. Ein Eintreten dieser Risiken würde dem österreichischen Exportwachstum und generell dem Wirtschaftsvertrauen schaden und könnte Spannungen im österreichischen Finanzsektor weiter verstärken, mit potenziell negativen Effekten für die Staatsfinanzen, wird gewarnt.
Belastbarkeit der Banken in einigen Staaten weiterhin gering
"Die Belastbarkeit des Banksektors hat sich seit der globalen Krise verbessert, aber er ist weiterhin erheblich exponiert in Zentral-, Ost- und Südosteuropa", so die OECD. Ein "starker Schock" in einem oder mehreren Ländern, in denen die österreichischen Banken ein substanzielles finanzielles Risiko tragen, könnte die Kreditvergabe in Österreich verschlechtern.
Unterstützung des Bankensektors bleibt "substanziell"
"Staatsunterstützung für den Banksektor bleibt substanziell", betonen die OECD-Ökonomen. Die Schuldenlast für den Staat durch die Bankenrettung "könnte reduziert werden, wenn ein angemessener Beitrag des Sektors ausverhandelt würde".
Mitterlehner: "Wirtschaft besser als in der Euro-Zone"
Für Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner handelt es sich bei dem aktuellen Österreich-Bericht der OECD um ein "gutes Zeugnis", das beweise, dass unser "Wirtschaftsstandort attraktiv und wettbewerbsfähig" sei. "Die Leistungen der Unternehmen und die insgesamt guten Rahmenbedingungen sichern Wachstum und Beschäftigung und führen dazu, dass der Wohlstand im Land kontinuierlich steigt. Auch wenn wir uns damit nicht zufriedengeben dürfen, entwickelt sich unsere Wirtschaft heuer schon das zwölfte Jahr in Folge besser als die Euro-Zone", erklärte Mitterlehner am Dienstag.
Leitl: "Lob aber auch Ansporn für nächste Regierung"
Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl zeigte sich ob der positiven Beurteilung ebenfalls erfreut. "Es freut mich, dass die OECD in ihrem aktuell veröffentlichten Wirtschaftsbericht die Rolle des heimischen Modells der Sozialpartnerschaft lobt und diese als Reformtreiber in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld bezeichnet", meinte Leitl.
Gleichzeitig seien die Handlungsempfehlungen der OECD Ansporn für das nächste Regierungsprogramm, bei einer Fortführung einer strukturellen Haushaltskonsolidierung, einer besseren Folgekostenabschätzung im öffentlichen Haushalt, aber auch bei der Beschäftigung Älterer und den Frühpensionen "Nägel mit Köpfen zu machen", gab Leitl zu.










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