Was hat sich hinter den Türen der gescheiterten Zuckerl-Koalition wirklich abgespielt? Einer der obersten Verhandler und Wiens Vizebürgermeister Christoph Wiederkehr (NEOS) erzählt im „Krone“-Gespräch offen über die letzten Stunden der geplanten Allianz mit ÖVP und SPÖ. Über 30 neue Babler-Steuern, wieso es mit Doskozil und sogar mit Rendi-Wagner vermutlich geklappt hätte und die eigenen Fehler. Frage an Wiederkehr: Und wie wird Kickl das Land verändern?
„Krone“: Herr Vizebürgermeister, ich habe Ihnen ein Foto mitgebracht, aufgenommen am 20. Dezember 2024. Das pinke Verhandlungsteam marschiert zu den Koalitionsverhandlungen mit ÖVP und SPÖ. Alle lächeln, Sie auch. Zwei Wochen später lassen die NEOS die Verhandlungen platzen. Was haben Sie am Tag 96 nach der Wahl erfahren, was Sie an jenem Tag 83 noch nicht über Parteien wussten, mit denen Sie seit Jahren zusammenarbeiten?
Christoph Wiederkehr: Ich erinnere mich sehr genau an diesen Verhandlungstag, weil er einer der entscheidenden war. Davor waren inhaltlich einige Fortschritte möglich, aber an diesem Tag haben wir gesehen, dass auch schon fixierte Maßnahmen zur Konsolidierung des Budgets wieder komplett aufgemacht wurden. Damit waren wir eigentlich wieder bei null, und die Zuversicht war danach deutlich geringer.
In der 7-Punkte-Erklärung über die Verhandlungen schreiben die NEOS, dass sich SPÖ-Chef Andreas Babler während der Verhandlungen cholerisch zeigte und oft ankündigte, „alles in die Luft zu sprengen“. Wie haben Sie ihn erlebt?
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