Die Militärjunta im westafrikanischen Burkina Faso hat den Premierminister des Landes seines Amtes enthoben und die Regierung aufgelöst, gab Übergangspräsident Ibrahim Traoré am späten Freitagabend per Dekret bekannt.
Demnach sollen die Minister ihre Ämter so lange fortführen, bis eine neue Regierung gebildet wird. Eine Begründung für die Entlassung gab es nicht. Premierminister Apollinaire Kyélem de Tambéla hatte seinen Posten seit Oktober 2022 inne.
Die seit einem Putsch 2022 regierende Militärjunta in dem Sahel-Staat kontrolliert Schätzungen zufolge knapp die Hälfte des Staatsgebiets. Im Norden Burkina Fasos sind wie in den Nachbarstaaten Mali und dem Niger islamistische Gruppen aktiv, die den Terrormilizen Al-Kaida und Islamischer Staat die Treue geschworen haben.
23 Millionen Einwohner Binnenvertriebene
Burkina Faso wurde seit 2015 immer wieder von Anschlägen erschüttert, unter anderem in der Grenzregion zu Mali und Niger. 2,06 Millionen Menschen von rund 23 Millionen Einwohnern waren im März 2023 Binnenvertriebene. Flüchtlingsbewegungen gab es auch in Nachbarländern wie etwa Côte d‘Ivoire (Elfenbeinküste).
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