Premier gefeuert

Militärjunta in Burkina Faso löst Regierung auf

Außenpolitik
07.12.2024 09:22
Porträt von krone.at
Von krone.at

Die Militärjunta im westafrikanischen Burkina Faso hat den Premierminister des Landes seines Amtes enthoben und die Regierung aufgelöst, gab Übergangspräsident Ibrahim Traoré am späten Freitagabend per Dekret bekannt. 

Demnach sollen die Minister ihre Ämter so lange fortführen, bis eine neue Regierung gebildet wird. Eine Begründung für die Entlassung gab es nicht. Premierminister Apollinaire Kyélem de Tambéla hatte seinen Posten seit Oktober 2022 inne.

Die seit einem Putsch 2022 regierende Militärjunta in dem Sahel-Staat kontrolliert Schätzungen zufolge knapp die Hälfte des Staatsgebiets. Im Norden Burkina Fasos sind wie in den Nachbarstaaten Mali und dem Niger islamistische Gruppen aktiv, die den Terrormilizen Al-Kaida und Islamischer Staat die Treue geschworen haben. 

23 Millionen Einwohner Binnenvertriebene
Burkina Faso wurde seit 2015 immer wieder von Anschlägen erschüttert, unter anderem in der Grenzregion zu Mali und Niger. 2,06 Millionen Menschen von rund 23 Millionen Einwohnern waren im März 2023 Binnenvertriebene. Flüchtlingsbewegungen gab es auch in Nachbarländern wie etwa Côte d‘Ivoire (Elfenbeinküste).

  • Mehrere Putsche haben das Land seit 2014 erschüttert, zuletzt im Herbst 2022. Die Regierung unter Ibrahim Traoré kontrolliert aber nur Teile des Landes, Gewalt und Überfälle – oft mit jihadistischem Hintergrund – sind an der Tagesordnung.
  • Knapp 40 Prozent der Einwohner des Landes leben unter der Armutsgrenze, 4,7 Millionen benötigten im Vorjahr humanitäre Hilfe.
  • Mehr als 800.000 Menschen leben in Gebieten, die von bewaffneten Gruppen kontrolliert werden. Geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen und Mädchen sowie Bildung sind ein weiteres großes Problem.
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