Von der Bettkante. Es sind nicht die besten Tage für die SPÖ. Jetzt gemeint: In der Steiermark. Nach der Schlappe bei der Nationalratswahl verloren die Sozialdemokraten auch bei der Landtagswahl, stürzten auf ihr historisch schlechtestes Ergebnis und auf Platz 3 in der Grünen Mark. Nur zur Erinnerung: Bei den Wahlen 2005, 2010 und 2015 erreichte die SPÖ mit ihrem Spitzenmann Franz Voves noch jeweils Platz 1 – wenn auch 2015 unter den Erwartungen, weshalb Voves zurücktrat und das Amt dem ÖVP-Kandidaten Hermann Schützenhöfer überließ. Seither ging es mit den Roten immer weiter bergab. Anton Lang, ein bedächtiger, seriöser Ex-Banker, gab fünf Jahre lang den braven Vize des ÖVP-Landeshauptmanns. Und plakatierte entgegen aller Meinungsforscher-Prognosen, die der FPÖ Platz 1 signalisierten, „Anton Lang – Landeshauptmann, weil er es kann“. Landeshauptmann ging sich nicht aus, nicht einmal mehr Landeshauptmann-Stellvertreter, weil FPÖ-Wahlsieger Mario Kunasek im letzten Moment den um ein Plätzchen in einer blau-roten Koalition ringenden Lang noch von der (symbolischen) Bettkante stieß. Jetzt ist der 65-Jährige überhaupt Geschichte.
Der rote Max. Gleich mehrere Schlappen in Serie – und doch trat Anton Lang zunächst nicht zurück. Heute aber ist es soweit. Und was kommt nach? Wie es aussieht ein wahrlich „bunter Hund“, der „rote Max“! Max Lercher soll die Spitze der steirischen Sozialdemokraten übernehmen. Man kennt den 38-Jährigen in ganz Österreich: Der Obersteirer war von Dezember 2017 bis September 2018 lauter Bundesgeschäftsführer der Sozialdemokraten unter Christian Kern – bis Pamela Rendi-Wagner SPÖ-Chefin wurde und Lercher aus dem Amt jagte. Im Kampf zwischen Hans Peter Doskozil und Andreas Babler um die Nachfolge Rendi-Wagners im Vorjahr warf sich Lercher an vorderster Front für den Burgenländer in die Schlacht. Zumindest eine Rückkehr in die Position des Bundesgeschäftsführers an der Seite Doskozils stand in Aussicht. Es kam, wie wir wissen, anders. Jetzt das große Comeback. Er wird, so viel ist sicher, die Landespolitik bereichern. Aber sicher auch die Bundes-SPÖ – wenn auch nicht zur Freude des Bundesparteiobmanns…
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