Zu klein, zu schlecht, zu teuer: Weil er bei der Schlosspark-Beleuchtung geschummelt haben soll, klagt die Gemeinde Vösendorf einen örtlichen Elektriker auf 30.000 Euro Schadenersatz. Pikant: Er war einmal Abgeordneter des SPÖ.
Bereits im Vorfeld der vorgezogenen Wahl hatte sich die ÖVP in Vösendorf im Bezirk Mödling auf Wolfgang Gratzer ein. Weil der Elektriker vor Jahren für die SPÖ im Gemeinderat saß, waren die Vorwürfe stets ein Politikum. Alte Verfahren wurden eingestellt, nun gibt es aber erneut rechtliche „Brösel“.
Gutachter sieht Verfehlungen
Denn der Kommerzialrat hatte mit seiner Elektrotechnik-Firma auch für die Verkabelung zur Beleuchtung des Schlossparks vor dem Rathaus verantwortlich gezeichnet. Dabei soll aber nicht alles „lege artis“, also nach allen Regeln der Handwerkskunst abgelaufen sein. Die Gemeinde fühle sich um zumindest 30.000 Euro geschröpft, ließ die Arbeiten von einem Sachverständigen prüfen.
Mängel schon bei der Planung
Der kommt in seiner Bewertung, die auch der „Krone“ vorliegt, zu einem vernichtenden Ergebnis. Demnach wurde die elektrische Anlage unter dem Park eben nicht ordnungsgemäß installiert: „Weil bereits in der Planungsphase wesentliche Normen und Vorschriften vernachlässigt wurden“, heißt es in dem Schreiben.
Auch habe die Firma die verrechnete Ware nicht laut Rechnung geliefert. Beispiel: Ein für 200 Ampere bestellter Messwandler weise nur eine Kapazität von 150 Ampere auf. Von den 460 Metern Kabel, die abgerechnet wurden, fand der Gutachter nur 430 Meter. Auch die Dokumentation sei mangelhaft, weshalb die Gemeinde nun auf Schadenersatz klagt. Heute, Mittwoch, soll der Beschluss im nicht-öffentlichen Teil der Gemeinderatssitzung gefällt werden.
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