In Vösendorf tobt der Wahlkampf: Die Ermittlungen gegen ÖVP-Bürgermeister Hannes Koza wegen einer Rechnungsfälschung wurden nach einer Diversion eingestellt, der Staatsanwaltschaft ermittelt allerdings noch gegen einen SPÖ-Mandatar. Dieser soll kurz vor der Insolvenz seiner Elektikerbetriebes noch Anzahlen kassiert haben.
Bevor am 5. Mai die Bürgerinnen und Bürger von Vösendorf wieder zu den Wahlurnen schreiten dürfen, tobt in der Marktgemeinde ein erbitterter Wahlkampf zwischen ÖVP und SPÖ. Während die Roten dem amtierenden Bürgermeister immer noch zahlreiche Vergehen – inklusive Rechnungsfälschung – vorwerfen, geraten aber auch die Sozialdemokraten in die Bedrängnis.
Vor Pleite noch 1000 Euro abkassiert
Nach ersten Betrugsvorwürfen gegen die Spitzenmänner Alfred Strohmayer und Wolfgang Gratzer wegen überbordender Rechnungen – Gratzer war bis vor kurzem Besitzer einer Elektronikfirma – steht jetzt bereits ein erster Gerichtstermin fest. Dabei sind aber nicht die fünf Millionen Euro an Steuergeld, welche Gratzer in lediglich zehn Jahren von der Gemeinde kassiert haben soll, Thema der Verhandlung, sondern eine vergleichsweise geringe 1000-Euro-Rechnung aus dem November 2023.
Der Herr Kommerzialrat soll nämlich kurz vor der Pleite noch fleißig die Anzahlung einer Kundin eingesackt haben. Leistung gab es dafür aber keine mehr, die Frau klagte den SPÖ-Mann. Staatsanwalt Erich Habitzl bestätigt der „Krone“ nun den Strafantrag gegen den Ex-Unternehmer und weitere laufende Ermittlungen. Gratzer selbst war für keine Stellungnahme erreichbar. Der Richterspruch am 11. April wird ihn trotzdem treffen. Es gilt jedoch – wie bei allen anderen Vorwürfen – die Unschuldsvermutung.
Wahlkampf auf Gemeindekosten?
Die SPÖ selbst übt nun aber neue Kritik an Bürgermeister Hannes Koza. Anders als seine Gemeinderatskollegen der ÖVP war er ja nicht zurückgetreten, um weiter die Amtsgeschäfte führen zu können. Als Stadtchef setzt er sich dabei gewohnt gekonnt in Szene – was den Roten sauer aufstößt. „Schulkinder und Feuerwehrleute dürfen nicht für den Wahlkamp missbraucht werden“, meint SPÖ-Landesgeschäftsführer Wolfgang Zwander.
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