Um Babys mit Entwicklungsstörungen bestmöglich therapieren zu können, müssten sie frühestmöglich untersucht werden. In der Realität schaut es aber anders aus: Statt den geforderten drei Monaten Wartezeit müssen Kinder und Eltern teilweise bis zu zwei Jahre auf einen Termin warten.
Neuronale Entwicklungsstörungen betreffen rund acht bis zehn Prozent aller Kinder – meist haben sie Probleme mit der Aufmerksamkeitssteuerung, Sprach- oder Lernentwicklung oder befinden sich auf dem Autismusspektrum. Oft überlappen sich diese Störungen auch noch“, berichtet Johannes Fellinger, Leiter des Instituts für Sinnes- und Sprachneurologie bei den Barmherzigen Brüdern. „Kinder mit dem Risiko einer Entwicklungsstörung müssen möglichst früh erfasst werden, am besten gleich im Rahmen des Mutter-Kind-Passes, um eine optimale Therapie zu ermöglichen.“
Abklärung dauert viel zu lang
Die Realität sieht anders aus: Jüngere Kinder warten sechs bis zwölf Monate, ältere eineinhalb bis zwei Jahre. „Die Abklärung sollte innerhalb von drei Monaten passieren“, betont der Experte. Nur so könnte man optimal helfen. Durch gezielte Unterstützung kann vieles noch ausgemerzt werden. Eltern können etwa gecoacht werden, welche Verhalten das Kind anregen.
Je früher, desto besser
„Das geht aber nur in frühen Jahren – je später, desto weniger kann man tun“, so Fellinger. Dazu brauche es nicht nur mehr Ressourcen, sondern ein standardisiertes Verfahren mit genauen Abstufungen. Am 19. November findet in Linz ein Symposium zum Thema statt. Neben Bildungslandesrätin Christine Haberlander (ÖVP) und weiteren Experten wird auch William Barbaresi vom Kinderspital Boston der Harvard Medical School teilnehmen.
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