Mit Baby an Bord

Wien: Notarzt-Heli mit Laserpointer attackiert

Österreich
24.03.2013 19:01
Ein Notarzthubschrauber des ÖAMTC mit einem erst zwei Wochen alten Baby an Bord ist am Samstag in Wien Ziel einer Laserpointer-Attacke geworden. Der gefährliche Zwischenfall ereignete sich unmittelbar vor der Landung auf dem Dach des Donauspitals. Der Pilot wurde von dem Strahl getroffen, er erstattete Anzeige.

Bei dem betroffenen Helikopter handelt es sich um den in Wiener Neustadt stationierten Intensiv-Transporthubschrauber C33, der rund um die Uhr für Überstellungsflüge zwischen Spitälern bereitsteht. Am Samstagabend wurde damit ein Baby mit Lungenproblemen im Inkubator von Mödling in das Donauspital gebracht. An Bord befanden sich neben dem Piloten auch zwei Ärzte sowie ein Sanitäter.

Mann zielte mit Laserpointer auf Hubschrauber
Der Pilot des Hubschraubers, Stefan Dürager (Bild), ist ein erfahrener Mann. Unter anderem kämpfte er in den USA zwölf Jahre lang aus der Luft gegen Waldbrände. Auch der Landeanflug in der Dunkelheit auf das Donauspital am Samstag erforderte höchste Konzentration, vor allem weil sich rund um das Krankenhaus mehrere Kräne befinden und es ziemlich windig war. 

Um sich einen Überblick zu verschaffen, flog er noch eine Runde. Doch dann wurde der 38-Jährige plötzlich mit einem Laserpointer geblendet. "Das ist so gegen 19.12 Uhr passiert. Wir befanden uns mit dem Hubschrauber in einer Höhe von etwa 100 Metern, als plötzlich dieses grüne Licht auftauchte", erklärt der Pilot, der bereits 7.000 Flugstunden absolviert hat. Kurz konnte er den Mann, der von einem Fenster in einer Wohnsiedlung auf den Helikopter zielte, sogar erkennen.

Dürager: "Habe nach der Landung verschwommen gesehen"
Seiner Erfahrung ist es zu verdanken, dass er trotz des "Licht-Beschusses" sicher auf dem Dach des Krankenhauses landen konnte. "Mit einem Patienten im Inkubator muss man ruhig fliegen, da kann man sich nicht durchschütteln lassen", so Dürager.

Nach der Landung habe er für etwa drei Minuten verschwommen gesehen. Zur Sicherheit ließ er gleich im Donauspital seine Augen untersuchen, zum Glück war aber alles in Ordnung. Danach erstattete der Pilot Anzeige bei der Polizei. Seine Vermutung: Einen Anrainer störte der Lärm, der durch den Helikopter verursacht wurde.

Bereits zweite Laserpointer-Attacke auf ÖAMTC-Helikopter
Bereits im August 2011 war ein Rettungshubschrauber des ÖAMTC Ziel einer Laserpointer-Attacke geworden, damals im oberösterreichischen Steyr. Die Justiz leitete daraufhin ein Verfahren wegen Gefährdung der körperlichen Sicherheit ein. Die Urheber - zwei Burschen - wurden vor Gericht gestellt. Einer von ihnen wurde zu einer Geldstrafe verurteilt, der andere kam mit einer Diversion davon.

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