23.03.2013 14:17 |

Auf den Philippinen

Australier nach 15 Monaten Geiselhaft freigelassen

Nach ganzen 15 Monaten in der Hand islamistischer Rebellen ist ein 54-jähriger Australier auf den Philippinen wieder freigelassen worden. Das teilten die philippinischen Behörden und die australische Regierung am Samstag mit. Der Lehrer Warren Rodwell war Ende Dezember 2011 von der islamistischen Terrorgruppe Abu Sayyaf aus seinem Haus in Ipil auf der Insel Mindanao verschleppt worden.

Abu Sayyaf veröffentlichte in den 15 Monaten der Geiselhaft Rodwells vier Videos mit dem Entführten. In einem davon nannte der Australier ein Lösegeld von zwei Millionen Dollar (rund 1,5 Millionen Euro) als Forderung der Entführer. Ob tatsächlich Geld gezahlt wurde, ist nicht bekannt.

"Er hat viel Gewicht verloren"
Nach Angaben der philippinischen Polizei wurde Rodwell am Samstag kurz vor Sonnenaufgang in der Stadt Pagadian von einem Passanten entdeckt. "Er hat viel Gewicht verloren, aber er scheint soweit okay", sagte Polizeichef Julis Menez. Per Hubschrauber wurde der 54-Jährige, der mit einer Philippinin verheiratet ist, anschließend zur Untersuchung in ein Spital gebracht.

"Die Familie Rodwell hat während dieser Nervenprobe enormen Mut bewiesen", sagte der australische Außenminister Bob Carr. Noch Ende vergangenen Jahres hatte sich der Entführte in einem im Internet veröffentlichten Video verzweifelt und hoffnungslos geäußert.

Attentate und Entführungen
Die zu Beginn der 1990er-Jahre gegründete Abu-Sayyaf-Gruppe wird von der philippinischen Regierung für zahlreiche schwere Attentate, darunter einen Anschlag auf eine Fähre mit 116 Toten im Februar 2004, verantwortlich gemacht.

Die Organisation mit Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida ist zudem bekannt für die Entführung von Ausländern. So hält sie etwa seit Februar 2012 zwei Vogelbeobachter aus der Schweiz und den Niederlanden sowie einen im Juni entführten jordanischen TV-Journalisten in ihrer Gewalt.

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