Entweder ist er jetzt verrückt geworden oder es steckt ein Masterplan dahinter. Dachten sich wohl viele, als die „Krone“ Rudi Fußis Pläne öffentlich machte, neuer SPÖ-Vorsitzender zu werden. Dieser protestierte nicht, und so war klar: Der Politik-Berater, Unternehmer, Aktivist und Kabarettist meint es wirklich ernst.
Apropos Masterplan: Fußi muss sich nun den Vorwurf gefallen lassen, er handle im Auftrag von anderen. Er werde also versuchen, die erste Hürde bis zu einer Mitgliederbefragung zu nehmen und dann an einen prominenteren Kandidaten übergeben (Christian Kern und Hans Peter Doskozil dementieren).
Ist es also sein „Hang zum Stockholm-Syndrom“ (Eigenzitat), sein Kämpfergen, seine Sprunghaftigkeit oder alles zusammen, das ihn auf die Idee brachte, ausgerechnet während der laufenden Sondierungsgespräche eine Obmanndebatte anzuzetteln? Und wie um alles in der Welt will er die dafür nötigen knapp 14.000 Unterstützungserklärungen schaffen?
2002 sammelte Fußi für sein Volksbegehren gegen Abfangjäger immerhin 624.807 Unterschriften. Eine Partei, in der ein Bürgermeister der langjährigen Vorsitzenden Pamela Rendi-Wagner das Amt streitig machen kann, in der ein Landeshauptmann zwar eine Mitgliederbefragung gewinnt, am Parteitag aber trotzdem ein anderer zum Vorsitzenden gewählt wird, aber erst, nachdem falsch ausgezählt wurde, sollte sich nicht so sicher sein, dass Fußi in jedem Fall scheitert. Alles ist möglich bei der SPÖ.
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