Aus den vielfältigen Reaktionen auf die Nationalratswahl fällt eine Stimme besonders auf: Es ist der frühere Finanzminister und Vizekanzler Hannes Androsch, der inzwischen als Industrieller tätig ist.
Seine Reaktion auf das Wahlergebnis: Obwohl es fast nur Verlierer gibt, feiern die sich wie nach einem Sieg. Dabei bleibt dem Land nur die Entscheidung zwischen Pest und Cholera.
Androsch geht es dabei nicht so sehr um die einzelnen Parteien, sondern darum, ob Österreich den Weg in eine bessere Wirtschaftszukunft findet.
Statt kluger Vorschläge entdeckt Androsch zahllose Versäumnisse: Wo bleibt die Diagnose, wo die Therapie? Ein Beispiel gefällig? Preiswertes Wohnen ist ein zentraler Punkt. Was aber passiert in unserem Staat? Es wird Geld von der Wohnbauförderung in mehreren Bundesländern abgezweigt und „allgemein“ ausgegeben. Die Landesfürsten als Geldverteiler, statt preiswerter Wohnungen?
Ein zweites Beispiel: In vielen Schulklassen können nur noch wenige Kinder Deutsch. Was wird dagegen unternommen? Gejammert, aber nicht gehandelt.
Noch ein Beispiel: Im Gesundheitsbereich gibt es hochwertige Magnetresonanz-Geräte, davon haben die Patienten aber lange nichts, denn es mangelt am Personal. Androsch könnte diese Liste noch lange fortsetzen. In Österreich wäre so viel zu tun. Für ein Siegesgeheul jedenfalls ist kein Anlass gegeben.
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