Schildburg lässt grüßen: Die ÖBB müssen am Bahnhof Bregenz zwei Millionen Euro in neue Rolltreppen stecken, obwohl das Gebäude schon längst abgerissen hätte werden sollen. Schuld daran ist das politische Hickhack rund um den Neubau.
Als im August bekannt wurde, dass den ÖBB wohl nichts anderes übrig bleibt, als in neue Rolltreppen für den maroden Bregenzer Bahnhof, der kurz vor dem Abbruch steht, zu investieren, stand eine siebenstellige Summe im Raum. Inzwischen ist bekannt, was die Investition genau kostet: Um die Sicherheitsstandards zu erfüllen, müssen die ÖBB satte zwei Millionen Euro für die Neuanschaffung hinblättern! Dass die Rolltreppen mit dem Abbruch des Schandflecks in Festspielhausnähe wieder ausgebaut und woanders Verwendung finden, ist unwahrscheinlich, da es sich bei Rolltreppen immer um Spezialanfertigungen handelt – schließlich ist keine gleich lang und muss immer nach Maß gefertigt werden.
Bahnhofsneubau verzögert sich
Geplant war die millionenschwere Investition keineswegs, ganz im Gegenteil: „Nachdem bereits im Jahr 2019 entsprechende Beschlüsse und Konzepte für einen Neubau des Bahnhofs vorlagen, waren Investitionen in die bestehenden Rolltreppen über die reine Erhaltung und Wartung hinaus nicht mehr vorgesehen gewesen“, ließen die ÖBB in einer Aussendung wissen. Nachdem sich der Bahnhofsneubau aber immer weiter verzögert habe, seien inzwischen manche technische Anlagen wie beispielsweise die Rolltreppen am Ende ihrer Lebenszeit angekommen.
Erst ab dem Frühjahr 2025 rollen die Treppen wieder
Fix sind inzwischen nicht nur die Kosten, sondern auch der Zeitplan für den Tausch, der in drei Phasen erfolgt und der ebenfalls einem schlechten Aprilscherz gleichkommt: Mitte November wird mit den Demontagearbeiten begonnen, anschließend folgen die Einbringungs- und Positionierungsarbeiten sowie die Montage. Nach erfolgter TÜV-Abnahme sollen die Treppen in den Kassenhallen ab Ende April 2025 wieder rollen. Bis die Fahrgäste die neuen Rolltreppen zu den Bahnsteigen 2/3 und 4/5 nutzen können, wird es gar bis Mai beziehungsweise bis Juni 2025 dauern.
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