Seit Monaten schon laufen die heiklen Nachforschungen der Staatsanwaltschaft und des Bundesamtes zur Korruptionsbekämpfung gegen das schwarze Schaf in den Reihen des Wiener Magistrats. Der Beamte des Bezirksamtes Leopoldstadt steht unter dem Verdacht des Amtsmissbrauchs: Er soll illegal die heiß begehrten Parkpickerl verkauft haben.
Zum Zug dürften dabei etwa Nicht-Anrainer, Garagenbesitzer, Geschäftsleute oder auch Pendler gekommen sein. Wer 200 Euro auf den Tisch legte, bekam die Parkgenehmigung für sein Auto mit zweijähriger Gültigkeit unter der Hand. Laut aktuellem Stand der Ermittlungen soll der entlassene Magistratsbedienstete im Laufe der Zeit nicht weniger als 400 Pickerl verscherbelt haben - was einem stolzen "Körberlgeld" von etwa 80.000 Euro entspricht.
Nachdem Kontrollorganen bei manchen Autos etwas spanisch vorkam, wurde die interne Revision eingeschaltet. Dabei kam man dem Pickerlhändler schließlich auf die Schliche. "Da es sich um einen Vertragsbediensteten handelte, konnten wir ihn sofort entlassen", erklärte Rudolf Gerlich von der Magistratsdirektion. Es handle sich jedoch um einen absoluten Einzelfall, beruhigte man im Wiener Rathaus.
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