Nach Vergewaltigungsvorwürfen nun der nächste Zwischenfall am beliebten Stadtfest in Neustift: Ein prominenter Heurigenwirt und blauer Bezirksrat sieht sich mit Körperverletzungs-Anzeige konfrontiert.
Der Neustifter Kirtag wird erneut von Gewaltvorwürfen überschattet. Mittendrin ein bekannter Heurigenwirt und FPÖ-Bezirkspolitiker. Es geht um gegenseitige Anzeigen, dabei steht Aussage gegen Aussage – für alle Beteiligten gilt die Unschuldsvermutung.
Freitagabend feierte eine achtköpfige Runde, bestehend aus vier Frauen und Männern im Alter von 22 bis 29 Jahren, auf dem Stadtfest. Die Sperrstunde nahte bereits. Gegen 23.20 Uhr hatte Sophia S. (Name geändert) Lust auf einen Schaumbecher, soll das Lokal verlassen und über die Außen-Steintreppe zum Standl gegangen sein. „Als ich zurückkam hat mir der Wirt den Zugang verwehrt“, berichtet die 22-Jährige.
Es kam zu einem handfesten Streit, bei dem die Frau über die Treppe hinuntergestoßen wurde.
Sophia S. Kirtagsbesucherin
Auch am Kellner kam sie nicht vorbei. Ein anderer Freund ging raus, um zu rauchen, konnte ebenfalls nicht mehr zum Tisch, wo noch sein Rucksack war. Jetzt kamen die übrigen Mitglieder vor die Tür, der Streit eskalierte. Der Wirt und FPÖ-Bezirkspolitiker griff ein. Dabei soll er eine 25-Jährige über die Stiege gestoßen haben. Sophias Freund wurde in den Schwitzkasten genommen. Die junge Frau erlitt Verletzungen am Knie und am Arm, musste im AKH behandelt werden.
Die Polizei war sofort zur Stelle
Der blaue Stadtpolitiker sieht auf „Krone“-Nachfrage die Situation völlig anders und wehrt sich: „Die Gruppe war gar nicht bei mir zu Gast, sondern wollte, obwohl ich um 23 Uhr schon zu hatte, in mein Lokal. Dann ist die schwer alkoholisierte Frau auf mich gefallen, einer ihrer Begleiter hat mich mehrmals geschlagen. Die Polizei war schnell da, ich habe Anzeige wegen Körperverletzung erstattet.“
Ermittlungen nach Anzeige wegen Vergewaltigung
Indes laufen die Ermittlungen nach der Vergewaltigungsanzeige einer 18-Jährigen, ebenfalls am Freitagabend, weiter. Eine erneute Einvernahme brachte nicht viel neues. Die geschockte Maturantin kann sich nur an einen „Alex“, der sie angesprochen und weggezerrt hatte, erinnern. Dann wachte sie mit Schmerzen im Unterleib auf. Die Polizei setzt nun auf Untersuchungsergebnisse im AKH.
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