Megajacht gesunken
Milliardärs-Familie bricht nach Unglück Schweigen
Nach dem schweren Jachtunglück vor der Küste Siziliens hat sich die Familie des britischen Milliardärs Myke Lynch erstmals zu Wort gemeldet. Sie bedankten sich bei den Einsatzkräften, nachdem die Leiche des Tech-Tycoons und seiner Tochter (18) geborgen wurde. Es wird wegen Totschlags ermittelt.
„Wir danken der italienischen Küstenwache und allen, die zur Rettung beigetragen haben“, hieß es in der Erklärung, die die Familie über italienische Medien veröffentlichen ließ. Die Angehörigen seien am Boden zerstört und baten darum, ihre Privatsphäre zu respektieren.
Der zuständige Staatsanwalt berichtete am Samstagvormittag bei einer Pressekonfernz, es wurde nach dem Unglück mit sieben Todesopfern auf dem Schiff Bayesian eine Untersuchung wegen Totschlags eingeleitet. Der Chefankläger Ambrogio Cartosio erklärte weiters, das Unglück könnte vielleicht durch „unangemessenes Verhalten“ verursacht worden sein. Er fügte jedoch hinzu, dass „dies tatsächlich erst der Beginn einer Untersuchung ist“.
Ein Bild des Schiffs vor seinem Untergang:
Jene Passagiere, die in dem Schiff den Tod fanden, hätten zum Zeitpunkt des Unglücks wohl geschlafen, erklärte die Staatsanwaltschaft weiter. Deshalb hätten sie sich auch nicht retten können. Was den Ermittlern Rätsel aufgibt: Fünf Leichen wurden in einer Kabine gefunden, die „nicht ihnen gehörte“. Man wisse noch nicht, was das zu bedeuten hatte. „Wir haben keine Ahnung, warum sie alle in derselben Kabine gefunden wurden.“
Werft: Menschliche Fehler führten zu Unglück
Der Chef der Italian Sea Group, zu der die Werft Perini Navi gehört, die die Bayesian gebaut hatte, ist überzeugt, dass menschliches Versagen zu dem Unglück geführt hat. Der Besatzung seien eine Reihe „unbeschreiblicher, unvernünftiger Fehler“ unterlaufen. Konstruktionsfehler seien ausgeschlossen. Die Werft Perini Navi, hatt die Bayesian als „unsinkbar“ angepriesen.



Neue Erkenntnisse könnte die Blackbox des Schiffes liefern, die bislang noch nicht gefunden wurde. Bislang gaben die Ermittler nur wenig Details darüber bekannt, die Hinweise zum Auslöser der Tragödie liefern könnten – beispielswese ob Luken geöffnet waren, über die Wasser in das Schiff fließen konnte oder ob der Hubkiel aufgeholt worden war, wodurch die Jacht instabiler gewesen wäre.
Die Bergung der Megajacht aus 50 Metern Tiefe wird jedenfalls wohl lange dauern – Experten gehen davon aus, das diese acht Wochen in Anspruch nehmen könnte. „Die oberste Priorität liegt darin, das Boot zurückzuholen“, sagte ein Staatsanwalt auf der Pressekonferenz.
Letzte Leiche erst nach fünf Tagen geborgen
Die 56 Meter lange Luxus-Segeljacht war am frühen Montagmorgen während eines schweren Unwetters untergegangen. Es soll ein Wirbelsturm über das Gebiet gezogen sein. Innerhalb kürzester Zeit verschwand der schwimmende Koloss am Meeresgrund – 15 Menschen konnten sich rechtzeitig aus dem Schiff befreien und konnten gerettet werden. Erst nach fünftägiger Suche konnte erst die letzte Leiche im Schiffsrumpf gefunden werden.








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