Dieser Tage weilt der indische Premier Narendra Modi in Österreich. Empfangen als hochgeschätzter Staatsgast, und das, obwohl er davor bei seinem „lieben Freund“ Putin war. Und auf diesbezügliche Kritik replizierte unser Außenminister Schallenberg energisch, dass man doch nicht in Schwarz-Weiß-Denken verfallen dürfe, weil Modi ein weltweit geschätzter Vermittler wäre. Und Indien sei schließlich die größte Demokratie der Erde.
EINERSEITS ist uns allen klar, dass Indien für uns als Exportnation ein überaus bedeutender Zukunftsmarkt sein könnte. Und da verbieten sich kritische Anmerkungen zum Staatsgast.
ANDERERSEITS ist das mit der Demokratie in Indien so eine Sache, und der Hindu-Nationalist Modi ist ein ausgewiesener Autokrat. Und wenn er dann von offizieller Seite als hochgeschätzter Vermittler und damit quasi als „Friedensengel“ dargestellt wird, stellt sich schon die Frage, warum die Friedensinitiative eines anderen Politikers, nämlich jene des ungarischen Regierungschefs Viktor Orbán, als Anmaßung eines „Putin-Bengels“ abgetan wird.
Mehrheit will Frieden
Der ungarische Staatschef hat eben gegenwärtig für ein halbes Jahr die Ratspräsidentschaft der Europäischen Union inne. Und wenn er Kontakte nach Kiew, genauso wie nach Moskau und nach Peking aufnimmt, handelt er zwar nicht im Einverständnis mit den meisten übrigen europäischen Staatschefs, aber gewiss im Sinne der großen Mehrheit der Bürger Europas. Diese wollen nämlich Frieden, Frieden und noch einmal Frieden!
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