„Krone“-Kolumne

Der Antisemitismus versteckt sich nicht mehr

Kolumnen
17.12.2025 07:15

„Juden der Welt! Ihr seid nirgends sicher.“ Es klingt wie ein Schmerzensschrei, den der Schriftsteller Alexander Estis nach dem Terror am Bondi Beach in der „SZ“ ausstieß. „Ihr seid nicht sicher am Tag des Lichts, ihr seid nicht sicher am helllichten Tag. (...) Ihr seid morgen nicht sicher, ihr seid heute nicht sicher, nicht vor tausend, nicht in tausend Jahren. Ihr seid niemals sicher.“

Man muss sie verstehen, die Unsicherheit, die Angst, wenn sich der Antisemitismus schamlos wieder in den Alltag drängt. Wenn Antisemitismus zur schrecklichen Normalität zu werden droht. Er wird von radikalen Islamisten in die Welt getragen. Von Neonazis, die sich in eine Zeit zurück hassen, wie sie dunkler nicht sein konnte. Der Antisemitismus durchzieht rechte Parteien ebenso wie linke, er bahnt sich seinen Weg in die Universitäten und auf pro-palästinensische Demonstrationen, bei denen der Spruch „Globalize the Intifada“ gebrüllt wird. Ein Aufruf, der sich gegen Israel richtet – und doch alle Juden weltweit in die Verantwortung ziehen will. In die Verantwortung für den blutigen Krieg, die nicht die Juden an sich tragen, sondern die Hamas und Netanyahu mit seiner rechtsextremen Regierung. „Der Jude“ ist schuld – immer wieder und wieder und wieder.

Der Antisemitismus versteckt sich nicht mehr. Dafür verstecken mehr und mehr Juden ihr Jüdischsein – aus Angst vor Anfeindungen und Gewalt.

All das legt Alexander Estis in seinen Schmerzensschrei: „Juden der Welt! ,Nie wieder‘ ist nie.“

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