Von Politik bis Gesundheit spannt Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil den Bogen in seinem neuen Buch „Hausverstand“. Mit der eigenen Partei geht er dabei mitunter hart ins Gericht.
Auf 192 Seiten schildert Landeshauptmann Hans Peter Doskozil Privates, wie seine Herkunft oder seine Gesundheit, und blickt auf wichtige Ereignisse in seiner Zeit als Polizist und als Politiker zurück. Nicht fehlen darf auch jene Episode, als er eine kurze Zeit Chef der SPÖ war.
Ich möchte mit dem Buch aus meiner Sicht Einblick geben in die Dynamiken, die es in einer politischen Partei gibt.
Landeshauptmann Hans Peter Doskozil (SPÖ)
Zugleich skizziert Doskozil seine politischen Ansichten recht deutlich, etwa bei den Themen Mindestlohn, Pflege oder Wirtschaftspolitik. „Ich bin gar nicht der Typ, der sich persönlich so öffnet. Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass es mir gar nicht so schwerfällt“, meinte Doskozil bei der Präsentation im Martinsschlössl Donnerskirchen.
Gewerkschafter als Negativbeispiel
Mit Kritik an der SPÖ spart er dabei nicht: So bringt er Spitzengewerkschafter als Negativbeispiel, die Lohnerhöhungen aushandeln, die ihnen persönlich 2500 Euro brutto mehr bringen, Mindestlohnbeziehern aber keine 300 Euro mehr. Mit dem Ersten Mai auf dem Wiener Rathausplatz kann er auch wenig anfangen. Die Tribüne, auf der die Parteielite stehe, habe etwas „Überhebliches, nicht mehr Zeitgemäßes“.
Von Freiheitlichen bis Freimaurern
Für Doskozil ist die SPÖ auch längst nicht mehr die „stolze Arbeiterpartei“ der Vergangenheit, die Partei des viel zitierten „kleinen Mannes“: „In Wirklichkeit vertreten wir diese Gruppen gar nicht mehr.“ Auch im Verhältnis zur FPÖ plädiert er für einen anderen Umgang. Man solle sich nicht als „Obermoralisten“ aufspielen, sondern sich mit ihren Inhalten auseinandersetzen.
Zugleich berichtet der Landeschef von einem – vergeblichen – Anwerbungsversuch durch die Freimaurer, „die in der SPÖ durchaus einen Machtfaktor darstellen“. Eine Rückkehr in die Bundespolitik schließt Doskozil aus. Zugleich kündigte er an, auch weiterhin streitbar seine Inhalte zu vertreten
„Hausverstand. Mein Leben, meine Politik.“ – Hans Peter Doskozil, Verlag Ecowing, ISBN 978-3-7110-0316-4
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