Wolfsgrüße bei der EM, Islamparteien, mehr muslimische als christliche Kinder an Wiens Volksschulen: Wo führt das alles hin? Der Soziologe und Integrationsexperte Kenan Güngör (55) über Szenarien und Strategien, die abdriftende Mitte, das Machtwort „Nein“ und Mythen wie die 72 Jungfrauen, die im Paradies auf Gotteskrieger warten.
Samstagmorgen im Cafè „Aura“ am Wiener Reumannplatz, wie die meisten Lokale hier fest in türkischer Hand. Kenan Güngör zieht es immer wieder hierher, weil er ein bisschen Türkei schnuppern kann, in das er als Erdogan-Kritiker nicht einreisen darf. Das „Krone“-Interview ist sein letzter Termin vor dem Sommerurlaub. Ich spreche ihn auf die Messerstechereien an, die zuletzt für Schlagzeilen gesorgt haben. „Hier in Favoriten war das Klima durch die vielen Zugewanderten immer schon etwas rauer“, meint er, „die Frage ist immer, ob das kippt.“ Um diese große Frage geht es auch in der Politik und in unserem Gespräch. Der in der Türkei geborene, kurdische Sozialwissenschafter beantwortet sie in sehr gepflegtem, ruhigem Hochdeutsch, auch wenn die aktuellen Themen gerade für sehr viel Unruhe in der Bevölkerung sorgen.
„Krone“: Wenn man von der Innenstadt mit der U1 hierherkommt, fühlt es sich an, als würde man eine Parallelwelt betreten. Verstehen Sie die Ängste vieler Menschen, dass Muslime in unserer Gesellschaft bald in der Mehrheit sein werden?
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