Bei seinem Anruf hatte der vermeintliche Schwiegersohn gleich 100.000 Euro gefordert – "weil", wie er sagte, "meine Existenz auf dem Spiel steht". Da die Grazerin aber nicht über so viel Geld verfügte, begnügte er sich mit 35.000 Euro und kündigte an, dass er ihr sofort ein Taxi bestellen würde, damit sie zur Bank fahren könne.
"Der Gauner hat tatsächlich bei meiner 889-Zentrale angerufen, die mich zu der Adresse im Lendviertel geschickt hat. Ich sollte die Frau zu einer Bank in der Innenstadt bringen. Als sie in den Wagen gestiegen ist, habe ich gemerkt, dass sie unheimlich aufgeregt und angespannt war", berichtete der 48-jährige Rangger. Er kam sogleich mit der betagten Frau ins Gespräch: "Ich habe sie gefragt, warum sie so einen Stress hat – und dann hat sie mir alles erzählt."
Taxifahrer als Schutzengel
Der Chauffeur wusste gleich, dass es sich bei dem Anrufer um einen Betrüger handelte: "Man liest ja ständig in den Zeitungen davon." Mit viel Einfühlungsvermögen und Überzeugungskraft gelang es ihm, die 87-Jährige dazu zu überreden, mit ihm zur Polizei zu fahren: "Anfangs wollte sie das nicht, doch dann hat sie eingesehen, dass ich vielleicht recht haben könnte. Wir haben dann in der Polizeiinspektion Lendplatz Anzeige erstattet. Am nächsten Tag war sie sehr froh darüber und hat sich bei mir herzlichst bedankt."
Der Betrüger kam dann übrigens nicht zu der von der Polizei observierten Wohnung seines Opfers, um das Geld abzuholen: "Er hat aus irgendeinem Grund kalte Füße bekommen", sagte Chefinspektor Klaus Murtinger vom Kriminalreferat.
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