Bewertungs-App

Sterne für gute und schlechte Lehrer

Vorarlberg
28.05.2024 06:00
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Die umstrittene Bewertungs-App „Lernsieg“ soll im September wieder online gehen. Die Lehrergewerkschaft wenig Freude damit.

Bereits 2019 wurde die App zum Leben erweckt – von einem Start-Up des damals erst 17-jährigen Benjamin Hadrigan. In der ersten Version der App konnten Schüler ihre Lehrer in verschiedenen Kategorien anonym bewerten – und zwar bis zu fünf Sternen.

Damit zog sich Benjamin Hadrigan nicht nur den Unmut von Lehrerschaft und Gewerkschaft zu. Es folgten auch rund 70 Klagen und Verfahren vor allem aufgrund des Datenschutzes. Die Klagen gingen bis zum Obersten Gerichtshof. Dort wurde aber nun entschieden, dass die App im Sinne der Meinungsfreiheit zulässig ist.

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Die App „Lernsieg“ ist nicht sehr hilfreich, da jeder dort eine Bewertung abgeben kann, ganz egal, ob er die Lehrperson kennt oder nicht. Die Befürchtung, dass hier Stimmung gegen Lehrpersonen gemacht wird, ist groß.

Alexandra Loser, Vorsitzende der Vorarlberger Pflichtschullehrergewerkschaft

Relaunch im September
Die App hat mittlerweile eine neue Besitzerin, die für September den Relaunch plant – zum Missfallen so mancher Lehrervertreter: „Als Gewerkschafterin und Personalvertreterin bin ich klar gegen solche privaten Bewertungstools“, stellt die Vorsitzende der Vorarlberger Pflichtschullehrergewerkschaft Alexandra Loser klar. Schon bei der Ersteinführung habe es zahlreiche negative Reaktionen aus der Lehrerschaft gegeben. „Es ging um Angst vor Hetze. Zudem gab es Befürchtungen, dass Lehrer und Schulen aufgrund dieser App einen schlechten Ruf bekommen.“

Andere Möglichkeiten von Feedback
Loser hält die App nicht dafür geeignet, etwaige Verbesserungen voranzutreiben. „Es hilft nicht, da jeder dort eine Bewertung abgeben kann, egal ob er die Lehrperson kennt oder nicht. Die Befürchtung, dass hier Stimmung gegen Lehrpersonen gemacht wird, ist groß.“ Aus ihrer Sicht gibt es genug andere Möglichkeiten, ein Feedback zu geben. „Da braucht es keine zusätzliche Bewertung von außen, von irgendwelchen privaten Anbietern.“ Außerdem gebe es in Vorarlberg zumindest für Volksschulen schon ein Rückmeldetool. Land und Bildungsdirektion hätten mit „V-Feedback“ eine freiwillige Möglichkeit für Schulen geschaffen, Feedback von Eltern und Schülern zu Stärken und Entwicklungspotenzialen einzuholen.

Vor dem Relaunch der umstrittenen App stellen sich für Alexandra Loser noch viele Fragen stellen: Was beispielsweise soll mit den Daten passieren? Wer hat Zugriff auf diese? Und wie wird der Datenschutz gewährleistet?

Die Gewerkschafterin will die Wiedereinführung genau beobachten und betroffenen Lehrern im Fall der Fälle auch „rechtliche Unterstützung“ leisten.

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