Grazer Jubel. So spannend war Fußball in Österreich schon seit vielen Jahren nicht mehr! Seit der Saison 2011/12, als sich Sturm Graz zum Meister gekrönt hatte, gab es Jahr für Jahr nur einen Sieger, der noch dazu für gewöhnlich bereits einige Zeit vor dem Meisterschaftsende feststand: Red Bull Salzburg. Diesmal lief es anders, Sturm führte vor zwei Runden sogar bereits mit vier Punkten Abstand vor den Salzburgern, doch der Vorsprung schmolz in der Vorwoche auf nur noch zwei Punkte zusammen. So hatte Salzburg doch noch eine allerletzte Chance, am letzten Spieltag die ewige Siegesserie fortzusetzen. Und nützte diese gestern Nachmittag auch perfekt: Zur Halbzeit führte die Truppe von der Salzach gegen LASK 3:1, während Sturm gegen Klagenfurt mit dem Halbzeitstand von 0:0 die Meisterschaft verspielt hätte. Zittern ohne Ende? Nein, das Zittern mündete letztlich doch in einen unbändigen Jubel.
Salzburger Trost. Zwar kam in der zweiten Halbzeit der Salzburg-Express so richtig in Fahrt, es stand im Bullen-Stadion bereits 5:1, als Sturm das erlösende 1:0 schoss. Am Ende gewann Sturm mit 2:0, Salzburg mit 7:1. Jubel im längst nicht mehr meisterwürdigen Stadion Graz-Liebenau, Jubel in der ganzen Steiermark und bei vielen Fans im Rest Österreichs, die sich darüber freuen, dass der bullige Goliath endlich besiegt ist. Der Meisterteller bleibt zum fünften Mal in Graz, zum vierten Mal bei Sturm. In der steirischen Landeshauptstadt freut man sich gleichzeitig über den Bundesliga-Wiederaufstieg des Meisters von 2004, des GAK, des zweiten Grazer Klubs, der in den letzten 20 Jahren mehrfach totgesagt worden war und in der untersten Liga den Neubeginn starten musste. In Salzburg blieb gestern der dorthin sicherheitshalber ebenfalls gelieferte zweite Meisterteller eingepackt. Eine Serie ist zu Ende. Aber Red Bull hatte im Sportbereich am Sonntag dennoch einen – gewissen – Trost: Der Bullen-Formel-1-Superpilot Max Verstappen gewann in der Ferrari-Heimat Imola den Grand Prix, sein fünfter Sieg in dieser Saison, sein 59. insgesamt. Die Formel-1-Weltmeisterschaft dürfte, wie es derzeit aussieht, den Bullen (aus Fuschl bei Salzburg) im Gegensatz zur österreichischen Fußballmeisterschaft nicht zu nehmen sein.
Kommen Sie gut durch den Pfingstmontag!
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