Aus dem Weltbestseller „Ein Gentleman in Moskau“ wurde eine wunderbare neue Serie auf Paramount+. Ewan McGregor spielt die Hauptrolle des Grafen Alexander Rostow, der nach der russischen Revolution bestraft wird. Lesen Sie hier unsere Streaming-Kritik zur Miniserie.
Gefangen in einem Hotel – eine simple Idee zu einer Geschichte, doch in „Ein Gentleman in Moskau“ zeigt sich, was man damit alles machen kann. Graf Alexander Rostow wird nach der Russischen Revolution von der Kommunistischen Partei zur Strafe im Moskauer Hotel Metropol gegenüber des Kreml gefangen gehalten. Von seinem luxuriösen Gefängnis aus beobachtet er über viele Jahre, wie sein geliebtes Heimatland Russland vor die Hunde geht.
Er beobachtet Verhaftungen, geheime Treffen und politische Propaganda, trifft alte Freunde wieder, die ihre adelige Herkunft verleugnen müssen oder ihre Flucht organisieren. Das Mädchen Nina (Alexa Goodall) sieht er im Hotel aufwachsen, bildet eine enge Verbindung zu ihr und muss dann mitansehen, wie sie durch den Fleischwolf politischer Propaganda gedreht wird
Hollywood-Star Ewan McGregor gibt einen hochsensiblen, altmodischen und tieftraurigen russischen Grafen, der mit aller Kraft versucht, aus seinem Dilemma das Beste zu machen und sich an den kleinen Freuden festzuhalten, um nicht zu verzweifeln. Als Zuschauer fühlt man sich fast genauso erleichtert wie er, als er nach Monaten endlich einen Weg findet, vom Hotel aus den Himmel zu sehen. Und so ist es einerseits eine herzerwärmende Geschichte über Freundschaft und Nächstenliebe, die auch einiges an Humor zu bieten hat. Doch im Laufe der Serie drängt die dunkle Außenwelt immer stärker ins Hotel Metropol herein und die Serie bietet auch guten historischen Einblick in eine prägende Zeit der russischen Geschichte.
Selten, dass ein Genremix so gut funktioniert wie bei „Ein Gentleman in Moskau“, das auf dem gleichnamigen Roman von Amor Towles basiert. Die acht Folgen, die ab sofort bei Paramount+ verfügbar sind, vergehen wie im Flug. Übrigens darf man in der Serie auch das gemeinsame Spiel von McGregor und seiner Frau Mary Elizabeth Winstead beobachten – die beiden haben 2022 geheiratet und spielen nun auch in der Miniserie ein Liebespaar.
Trotzdem war bei den Sex-Szenen zwischen den Eheleuten ein Intimitätskoordinator am Set: „Das ist noch immer notwendig“, sagte McGregor kürzlich in einem Interview. Denn es sei trotzdem seltsam, vor anderen Leuten nackt zu sein und intime Szenen zu spielen: „Der Intimitätskoordinator ist jetzt ein wichtiger Teil der Arbeit, denn er ist jemand, den der Regisseur und die Schauspieler in der Mitte treffen.“
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.