So, 18. November 2018

Fund nahe Antalya

17.10.2012 06:00

Austro-Archäologen entdecken in Türkei antike Synagoge

Bei einer Grabung in der antiken Stadt Limyra an der Küste Lykiens - in der Nähe der türkischen Stadt Antalya - haben Forscher eine antike Synagoge entdeckt. Wie der Leiter der Grabung des Österreichischen Archäologischen Instituts (ÖAI), Martin Seyer, mitteilte, handelt es sich um die erst vierte Synagoge Kleinasiens aus antiker bzw. byzantinischer Zeit.

Limyra ist neben Ephesos die zweite wissenschaftliche Grabung österreichischer Forscher in der Türkei. Die Ausgrabungen wurden bereits 1969 begonnen, seit 2002 laufen sie als Projekt des ÖAI. Bei der diesjährigen Grabungssaison im August und September haben die Wissenschaftler die antike Synagoge, die auf das 6. bis 7. Jahrhundert nach Christus datiert wird, sowie deren kostbare Ausstattung freigelegt.

Wandverkleidungen aus Marmor
Seyer (Bild zwei) spricht "vom absoluten Höhepunkt in der archäologischen Erforschung der Stadt Limyra". Erste Hinweise auf die Bedeutung des Gebäudes fanden sich bereits bei dessen Freilegung durch Funde zahlreicher Fragmente von Fensterglas sowie Wandverkleidung aus Marmor.

Als Synagoge identifiziert werden konnte der Bau durch zwei Reliefplatten mit Darstellungen von siebenarmigen Leuchtern (Menora) sowie ein Wasserbecken in der Nordost-Ecke des Gebäudes, welches als rituelles Tauchbecken (Mikwa) erkannt wurde. Der Fund des Tauchbeckens ist bisher das einzige Beispiel in einem antiken jüdischen Heiligtum im Gebiet der heutigen Türkei.

Synagoge stürzte offenbar bei Brand ein
Eine mächtige Aschenschicht innerhalb der Synagoge deutet darauf hin, dass sie durch einen Brand zum Einsturz kam. Bisher konnte nur ein kleiner Teil der Synagoge freigelegt werden, für nächstes Jahr ist die Fortsetzung der Grabungsarbeiten geplant. Parallel dazu soll mit der Konservierung des Baus begonnen werden, um Mauern sowie die kostbare Innenausstattung vor dem Verfall zu schützen.

Die Ruinen der antiken Stadt Limyra liegen etwa sechs Kilometer nordöstlich der heutigen türkischen Stadt Finike. Die ältesten Funde reichen in das achte Jahrhundert vor Christus zurück. Im vierten Jahrhundert vor Christus erlebte die Stadt eine Blütezeit unter dem lykischen Fürsten Perikle. Die Lykier waren ein Volk mit eigener Kultur, Schrift und Sprache, mit ausgeprägtem Hang zum Bau repräsentativer Grabstätten.

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