Nach Drohung

USA wollen Israel Waffen in Milliardenhöhe liefern

Ausland
15.05.2024 07:39

Die US-Regierung von Präsident Joe Biden hat nach Angaben aus Regierungskreisen den Kongress am Dienstag (Ortszeit) über eine Waffenlieferung an Israel im Wert von etwa einer Milliarde Dollar (rund 920 Millionen Euro) informiert. Zuletzt hatten die USA gedroht, wegen der Rafah-Offensive Waffen zurückzuhalten.

Der Kongress müsse das Waffenpaket noch genehmigen, sagte ein US-Regierungsvertreter. Demnach könnte es 700 Millionen Dollar für Panzermunition und 500 Millionen Dollar für taktische Fahrzeuge beinhalten.

Zuerst hatte das „Wall Street Journal“ über das neue Waffenpaket berichtet. In der vergangenen Woche hatte Biden Israel im Falle einer Großoffensive in der Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens damit gedroht, einige Waffen zurückzuhalten. Zudem hatte die US-Regierung erklärt, eine Lieferung von Bomben an Israel wegen Bedenken angesichts Israels geplanter Rafah-Offensive ausgesetzt zu haben.

Fast eine halbe Million Menschen musste aus der umkämpften Stadt Rafah innerhalb weniger Tage fliehen. (Bild: AFP/AFP )
Fast eine halbe Million Menschen musste aus der umkämpften Stadt Rafah innerhalb weniger Tage fliehen.

450.000 Menschen binnen einer Woche aus Rafah geflohen
Indes rücken israelische Truppen immer weiter in die mit Flüchtlingen überfüllte Stadt Rafah im Süden des Gazastreifens ein. Einwohner berichteten am Dienstag, Panzer seien in Bezirken im Osten der Stadt an der Grenze zu Ägypten vorgerückt. Am Dienstag bewegten sich Panzer von Osten aus in weiter westlich gelegene Viertel. Fast 450.000 Menschen flohen laut UNO-Schätzungen binnen einer Woche aus Rafah. Nach Erkenntnissen des Militärs befinden sich im Gebiet israelische Geiseln.

„Wir sind entschlossen zu tun, was immer nötig ist, um die Bedingungen zu schaffen, dass sie bald zu uns zurückkehren“, sagte Armeesprecher Daniel Hagari am Dienstagabend. Auf die Berichte, dass israelische Truppen weiter in die Stadt vorgedrungen seien, ging Hagari nicht ein. Er sagte, seit Beginn der Rafah-Offensive in der vergangenen Woche seien mehr als 100 palästinensische Kämpfer getötet und zehn Tunnelanlagen der islamistischen Hamas entdeckt worden.

Israel rückt in Rafah trotz internationaler Kritik vor
Die israelische Armee war vor gut einer Woche von Osten auf die Stadt vorgerückt und kontrolliert seitdem auch den palästinensischen Teil des Rafah-Grenzübergangs nach Ägypten. Israel übt militärischen Druck auf die islamistische Hamas in Rafah aus, um die Freilassung von im Oktober entführten Geiseln zu erreichen. Israel will auch die verbliebenen Bataillone der Extremisten zerschlagen. Damit bleibt die israelische Regierung bei ihrer Linie, trotz wachsender internationaler Kritik die Angriffe auf Rafah fortzusetzen. 

Bei einem beispiellosen Massaker der Hamas und anderer islamistischer Gruppen in Israel am 7. Oktober 2023 wurden rund 1200 Menschen getötet und 250 weitere als Geiseln genommen. Der Terrorangriff war Auslöser des derzeitigen Gazakriegs. Die Angehörigen der noch im Gazastreifen verbliebenen Geiseln bangen weiter um deren Rückkehr. Die Verhandlungen über einen Geisel-Deal waren zuletzt festgefahren.

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