Die Exekutive wurde nach Hinweisen aus der Bevölkerung alarmiert: Mehrere Anrufer meldeten, dass zwei Frauen offensichtlich verwirrt am Hollerweg umherirren würden. Nach Eintreffen der Polizei konnten die beiden nicht erklären, woher das Blut stammte, woraufhin sich die Beamten in der näheren Umgebung umsahen.
Dabei entdeckten die Polizisten eine verdächtige Wohnung. Die Spezialeinheit Cobra wurde nachalarmiert und durchsuchte die Räume. Dabei fanden die Beamten den 64-Jährigen stark blutend im Schlafzimmer. Der Mann hatte acht tiefe Messerstiche erlitten: Einer davon traf die Leber, ein weiterer hatte laut Polizei das Herz nur knapp verfehlt.
Wolfgang S. wurde ins Spital gebracht. Die Ärzte konnten seinen Zustand in einer mehrere Stunden dauernden Operation stabilisieren, er war Montag früh aber noch immer kritisch. Wie sich später herausstellen sollte, handelt es sich bei den Frauen um die Lebensgefährtin des Mannes und deren 21-jährige Tochter, beide sind ungarische Staatsbürgerinnen. Der Mann ist laut Polizeiangaben Österreicher.
Streit um Auszug aus Wohnung eskaliert
Die Frauen wurden in die Sigmund-Freud-Klinik eingeliefert, wo sie zunächst nicht zu dem Vorfall befragt werden konnten. Die Tochter stand am Montag immer noch unter Schock, die Mutter war schwer alkoholisiert - sie hatte 2,2 Promille, was eine Befragung schwierig machte. Die Frau habe aber bereits gestanden, auf ihren Lebensgefährten mit einem Küchenmesser eingestochen zu haben, berichtete Chefermittler Anton Kiesl vom Landeskriminalamt.
Auslöser des Streits war offenbar der Einzug der Tochter in die gemeinsame Wohnung vor etwa zwei Wochen. Die 21-Jährige soll von ihrem Ziehvater in Ungarn misshandelt worden sein. Die Mutter holte sie daher zu sich nach Österreich. Dem 64-Jährigen dürften die beiden Frauen in der Wohnung zu viel geworden sein. Die Tochter erklärte bei den Einvernahmen, dass der Österreicher sie hinauswerfen hatte wollen. Dann sei die Situation eskaliert und ihre Mutter habe nach einem Messer gegriffen.
Mutter drohte Tochter: "Dann stech' ich bei dir auch zu"
Auch die Tochter konnte bei der Bluttat nicht helfend einschreiten, hatte ihr die 41-Jährige doch gedroht: "Dann stech' ich bei dir auch zu!" Die mutmaßliche Täterin - sie wies eine Schnittverletzung am Daumen auf - wurde nach ambulanter Behandlung in die Justizanstalt Jakomini eingeliefert.
Mit ihrem Freund, den sie seit 13 Monaten kennt, hatte die 41-jährige Ungarin erst seit zwei Monaten am Hollerweg gewohnt. "Seitdem war's mit der Ruhe vorbei", berichtete ein Nachbar gegenüber der "Krone". "Sie haben immer wieder gestritten, die Polizei hat mehrere Male einschreiten müssen."
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.