„Krone“ fragt nach

Frauen haben Angst: „Hauptbahnhof zu gefährlich“

Salzburg
25.08.2026 06:00

Der Salzburger Hauptbahnhof wird als Problemzone wahrgenommen – vor allem von Frauen. Mehrere berichten jetzt gegenüber der „Krone“, dass sie Angst haben, abends allein zum Bahnhof zu gehen. Üble Anmachen und ein großes Unsicherheitsgefühl begleiten sie dort seit Jahren. 

Als Frau alleine unterwegs zu sein bedeutet immer, sich die Fragen zu stellen: Ist es abends dort sicher? Was für Menschen könnte ich antreffen? Besteht die Wahrscheinlichkeit, dumm angemacht zu werden? Angegangen oder gar attackiert? Genau diese Fragen stellen sich auch mehrere Damen, mit denen die „Krone“ bei einem Lokalaugenschein am Salzburger Hauptbahnhof spricht – es das dritte Mal in vier Monaten, wo der Frage nachgegangen wird, wie sicher sich die Menschen dort fühlen.

„Mir ist es hier am Abend zu gefährlich. Die Polizei sollte viel härter durchgreifen. Erst wenn’s zur Messerstecherei kommt, wird gehandelt“, traut sich Emilia (36) gegenüber der „Krone“ zu sagen. Mit der Hoffnung, dass sich endlich etwas ändert.

Emilia wünscht sich eine Verbesserung bei der Sicherheit am Südtiroler Platz und sagt ganz ...
Emilia wünscht sich eine Verbesserung bei der Sicherheit am Südtiroler Platz und sagt ganz offen, was sie stört.(Bild: privat)

„Als junge Frau hier alleine ist es unangemessen“
Der 17-jährigen Salzburgerin Anna und ihren Eltern ist Vernunft sehr wichtig. Die Schülerin meidet den Südtiroler Platz auch ganz bewusst: „Ich komme hier abends nicht her, weil es als junge Frau alleine unangemessen ist. Es gibt viele Alkoholiker und andere, die sich nicht an die Regeln halten. Es ist unsicher. Die Polizei macht nicht wirklich etwas, die Streife dreht nur manchmal ihre Runden.“ 

Besonders kurios findet Anna: „Ich wurde im Vorbeigehen schon einmal angebellt!“ Nicht von einem ...
Besonders kurios findet Anna: „Ich wurde im Vorbeigehen schon einmal angebellt!“ Nicht von einem Hund, gibt sie zu verstehen.(Bild: privat)

„Angemacht wurde ich hier nicht“, schildert Karin (50). Sie kommt am Montagvormittag vom Einkaufen. „Ich schaue, dass ich meine Einkäufe tagsüber erledige, weil ich aus den Nachrichten weiß, dass Menschen hier abends kriminell werden.“ Auch sie sagt, dass sie sich hier wie Anna oder Emilia einfach nicht sicher fühlt.

Salzburgerin Karin möchte sich keine Gedanken machen müssen, wann es am sichersten ist, ...
Salzburgerin Karin möchte sich keine Gedanken machen müssen, wann es am sichersten ist, einkaufen zu gehen.(Bild: privat)

Eine weitere Dame, die seit acht Jahren am Bahnhof arbeitet, will wegen ihres Arbeitgebers anonym bleiben. „Bei mir hat mehrmals ein Eingerauchter wegen Tschick geschnorrt. Als ich ihn abgewiesen habe, hat er mich als ,Hure‘ und ,Nutte‘ beschimpft und ist mir sehr nahe gekommen. Keiner konnte mir helfen. Ich habe bis heute Angst vor ihm.“ 

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