Man glaubt, in der Politik schon alles erlebt zu haben, und dann passiert das: Die beiden hochgerüsteten Erzfeinde des nahöstlichen Urkonflikts, Iran und Israel, schossen plötzlich aufeinander. Einen solchen direkten Schlagabtausch würden sie nicht wagen, davor würden sie zurückschrecken, hatte es immer von Experten geheißen.
Nicht nur Krieg am Himmel: Teheran und Jerusalem finden zum Schlagabtausch auch keine Worte. Normalerweise an Drohungen nicht verlegen, haben sie die Sprache verloren.
Wie soll man das bewerten? Es sieht nach Atempause aus Verlegenheit aus. Israel kann sich einen Dreifrontenkrieg (Gaza, Libanon, Iran) nicht leisten, und aus Teheran hört man unter der Hand das Argument: „Wir werden Israel nicht die Freude machen, uns in einen Krieg mit den USA hineinziehen zu lassen.“
Der Schattenkrieg wird fortgesetzt
Die ultimative Abrechnung bleibt auf dem Tisch; spätestens, wenn Irans Atombombe angesagt ist. Bis auf Weiteres wird der Schattenkrieg fortgesetzt, bei dem Teheran seine Stellvertreter vorschickt: Hamas, Hisbollah, Huthis.
Das iranische Regime setzt à la longue auf Abnützung des Gegners. Israel hat keinen strategischen Raum. Die in der Armee mobilisierten Männer und Frauen fehlen an den Arbeitsplätzen.
Israels blühende (Hightech-)Wirtschaft ist schon jetzt schwer geschädigt. Die Tourismuseinnahmen fallen aus. Nicht alle Waffen werden Israel geschenkt.
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