Ein Skandal um einen Millionenbetrug mit EU-Geldern zieht immer weitere Kreise! Wegen des Vorwurfs, Gelder aus dem Wiederaufbaufonds Italiens unrechtmäßig abgezweigt zu haben, wurde der Südtiroler Ex-Ski-Rennläufer Alex Mair in Bratislava festgenommen. Der 53-Jährige galt einmal als große Hoffnung des italienischen Ski-Rennsports, seit er 1989 bei den Jugend-Weltmeisterschaften in Alaska im Super-G die Silber-Medaille eroberte …
Das Versprechen, das aus diesem Top-Ergebnis erwuchs, konnte Mair freilich nie einlösen – auch wenn er bei Italiens Staatsmeisterschaften zwei Jahre später erneut Zweiter wurde und dabei sogar den später zum Superstar werdenden Kristian Ghedina auf Platz drei verwies. Platz 14 bei der Ski-Weltmeisterschaft 1991 in Saalbach sollte sein bestes Ergebnis auf Top-Level bleiben.
Kopf eines internationalen Netzwerks?
Nun steht der Südtiroler – die Finanzpolizei bestätigte die Identität gegenüber Rai-Südtirol – unter Verdacht, Kopf eines internationalen Netzwerks zu sein, das zwischen 2021 und 2023 über 600 Millionen Euro aus dem Corona-Aufbaufonds unterschlagen haben soll.
Wegen mutmaßlichen Betrugs mit EU-Corona-Hilfen in dieser Höhe nahmen die italienischen Justiz-Behörden 22 Menschen fest, zudem beschlagnahmten sie Villen sowie Luxusautos. Die Beamten durchsuchten nach Angaben der Europäischen Staatsanwaltschaft Wohnungen von mutmaßlichen Mitgliedern des Betrügernetzwerks in Italien, Österreich, Rumänien und der Slowakei.
Großteil der Angeklagten „kriminelle Profis“
Acht der 22 Verdächtigen wurden in Untersuchungshaft genommen, 14 weitere stehen unter Hausarrest. Ein Großteil der Angeklagten seien kriminelle Profis, die in mehreren Fällen vorbestraft sind, hieß es. Konkret ging es um Mittel für die „Internationalisierung von Unternehmen“. Bei den antragstellenden Firmen habe es sich um fiktive Unternehmen gehandelt.
In den allermeisten Fällen habe ihre einzige Tätigkeit darin bestanden, die für den Zugang zu den angefochtenen Mitteln erforderlichen Unterlagen zu erstellen.
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