Auferstehung

Kugelwerfen und Kirchenbann: Fest mit Siegesfahne

Kärnten
31.03.2024 08:00

Das rote Kreuz auf weißem Grund steht für den Triumph des Lebens über den Tod. Ein Auferstandener in Osttirol löste gar einen Kirchenbann aus. Zum hohen Fest krachen die Böller und es wird gefeiert. Auch die Großen spielen...

Schon seit dem späten Karsamstagabend krachen vor allem auf dem Land die Böller, auch am heutigen Ostersonntag verkünden Freudenschüsse die Auferstehung Jesu, die Hoffnungen auf das ewige Leben. Wobei längst nicht mehr so viel geschossen wird, wie seinerzeit, wo „die Kirchgänger fortgeschossen, der Bauer bei seiner Heimkehr mit einem Schuss empfangen wurde und zu Mittag, zum Braten, der Bratleschuss donnerte“, wie Inge und Franz Auer in „Zeitreise durch Metnitz“ (Wolfgang Hager Verlag) berichten.

Für das Auge dargestellt wurde die zentrale Glaubenswahrheit der Auferstehung oft durch ein Lamm, das sich zum Schlachten führen lässt, aber die Siegesfahne schwingt.

Erst ab dem 12. Jahrhundert stellen Künstler dar, wie Christus aus dem Grab emporsteigt. Thomas von Villach, der im 15. Jahrhundert einer der bedeutendsten Fresken- und Tafelmaler Kärntens war, schuf in der Pfarrkirche Sankt Andrä in Thörl-Maglern solch eine Darstellung des Auferstandenen samt Siegesfahne.

Manche Kreuzwege zeigen als 15. Station die Auferstehung Jesu.

Eklat um den Auferstandenen – bis zum Kirchenbann
Einen Auferstandenen mit Siegesfahne schuf der Osttiroler Künstler Albin Egger-Lienz auch für die Gedächtniskapelle in Lienz: Der Erlöser kam vor allem dem damaligen Dekan zu wenig göttlich, zu wenig triumphierend, sondern kraftlos vor, Kritiker bezeichneten ihn als schwindsüchtig. 1926 wurde das Interdikt über die Kapelle verhängt: Die Kirche untersagte es, in der Kapelle Gottesdienste zu feiern. Ein halbes Jahr später starb der Künstler und wurde – nicht ohne monatelange Diskussion – in der umstrittenen Kapelle bestattet. Erst in den 1980ern wurde der Kirchenbann aufgehoben und die Kapelle erneut geweiht.

Mehr Segen beim Essen mit den Fingern
Unter den zahlreichen Bräuchen, die das fröhliche Fest bereichern, sind die bunten Ostereier enorm wichtig. Das Ei als Ursprung des Lebens ist sogar untrennbar mit dem Fest der Auferstehung, dem Beginn des neuen Lebens verbunden. Rot gefärbte Eier erinnern zudem an die Blutstropfen Jesu. Mancherorts heißt es, der Schinken in der Osterjause stehe für den Leib Christi, der Kren gilt als Zeichen der Überwindung der Leiden und Symbol für die Nägel, der Reindling stellt die Dornenkrone dar. Weil der Segen von den Speisen auf die Menschen übertragen werden soll, wurde die Jause früher gern mit den Fingern genossen.

Am Ostersonntag suchen nicht nur Kinder bunte Eier; „Gotl“ oder Taufpate bringen Reindlinge mit eingebackenen Münzen. Eier werden „gepeckt“ oder über zwei zusammengehaltene Rechenstiele gerollt – der Besitzer des stärkeren oder schnelleren Eis gewinnt das Ostersymbol des Gegners.

Kugelschlagerverein jubiliert
Auch die Großen spielen zu Ostern: In Deutsch-Griffen, Altenmarkt und Wachsenberg steht das Kugelwerfen auf dem Programm, in Zweinitz das Kugelschlagen. Der Kugelschlagerverein feiert seit 30-jähriges Bestehen! Start des Osterbrauches ist um 13 Uhr bei der Brinar Mühl, wo es „Kolben heil!“ heißt.

An eine Bibelstelle erinnert der Emmausgang, der in einigen Pfarren am Ostermontag üblich ist: Nach dem Tod Jesus gingen zwei verzweifelte Jünger die 60 Stadien von Jerusalem nach Emmaus. Jesus schloss sich ihnen an – doch sie erkannten ihn nicht. Erst als er beim Mahl das Brot brach und den Lobpreis sprach, gingen ihnen die Augen auf, erzählt Lukas im Evangelium. Und zum zweifelnden, pessimistischen Thomas sagte Jesus: „Weil du mich gesehen hast, glaubst du. Selig sind, die nicht sehen und doch glauben.“

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