Teamchef Koller hatte in seiner Aufstellung einige Überraschungen parat. Der Schweizer brachte Markus Suttner links in der Viererkette und setzte Neo-Kapitän Christian Fuchs im offensiven linken Mittelfeld ein, als einzige echte Spitze begann Martin Harnik. Möglicherweise wurden die Türken von dieser Startformation überrascht, denn ehe die Partie richtig begonnen hatte, lagen sie schon 0:2 zurück.
Sehenswerter Treffer von Kavlak
Ivanschitz prüfte Goalie Fehmi Mert Günök bereits nach 51 Sekunden mit einem eher harmlosen Schuss. Auf den Auswurf des Tormanns folgte jenes Pressing, das Koller von seinen Schützlingen sehen wollte. Die türkischen Verteidiger kamen in Bedrängnis, der Ball wurde wieder zu Fehmi Mert zurückgespielt, der einen missglückten Abschlag produzierte. Kavlak nützte den Lapsus eiskalt aus und schupfte den Ball technisch perfekt über Fehmi Mert ins Tor. Es war dies im 18. Länderspiel der erste A-Team-Treffer für den Besiktas-Legionär mit türkischen Wurzeln, der als Ersatz für den im Stadion sitzenden verletzten David Alaba zum Einsatz kam.
Ivanschitz verwertet Elfmeter
Schon die zweite Offensivaktion der Österreicher führte zum zweiten Treffer. Harnik zog der türkischen Verteidigung auf und davon und kam nach einem Zweikampf mit Fehmi Mert zu Fall. Den vom slowakischen Schiedsrichter Valasek verhängten Elfmeter verwandelte Ivanschitz sicher (6.).
Dann aber fielen die Gastgeber zurück, konnten den Ball nicht allzu lange in ihren Reihen halten und wurden dadurch immer mehr in die eigene Hälfte gedrängt. Phasenweise hatten die Türken bis zu 75 Prozent Ballbesitz, wirklich Zählbares kam dabei jedoch nicht heraus. Bei einem Weitschuss von Hamit Altintop war Robert Almer auf dem Posten (19.), einen Kopfball von Arda nach einem Corner wehrte Zlatko Junuzovic vor der Linie ab (21.).
Das ÖFB-Team brachte in den ersten 45 Minuten nur noch einen nennenswerten Angriff zustande, als Junuzovic nach Vorarbeit von Suttner und Fuchs das Tor um einige Meter verfehlte (31.). Auch nach dem Seitenwechsel bot sich - obwohl die Türken zahlreiche Wechsel vornahmen - ein ähnliches Bild: Die Österreicher leisteten sich zu viele Ballverluste und liefen daher zumeist dem Gegner nach, die Türkei dominierte und kam dem Anschlusstreffer in zwei Situationen nahe.
Tunay vergibt Riesenmöglichkeit
In der 51. Minute hatte Almer bei einem Altintop-Freistoß gerade noch seine Fingerspitzen am Ball. 15 Minuten später war der ÖFB-Schlussmann bereits geschlagen, doch Tunay traf aus etwas spitzem Winkel das leere Tor nicht. Danach stand die Innenverteidigung Prödl/Pogatetz allen Turbulenzen um den Scharner-Eklat zum Trotz meistens sicher.
Ordner mussten türkische Fans einfangen
Fast wäre noch das 3:0 für die Hausherren gefallen, doch Jakob Jantscher schoss nach Pass von Guido Burgstaller über die Querlatte (85.), und Burgstaller selbst scheiterte per Kopf aus kurzer Distanz am eingewechselten Keeper Zengin (87.). Die letzten Aufreger lieferten mehrere auf den Platz stürmende türkische Fans, die von den Ordnern nur mit Mühe eigefangen werden konnten.
Erster Sieg über die Türkei seit 24 Jahren
So blieb es beim ersten Sieg für Österreich über die Türkei seit dem 2. November 1988, in den sechs darauffolgenden Partien hatte es bei einem Unentschieden gleich fünf Niederlagen gesetzt. Mit dem Erfolg, der zumindest leise Hoffnungen für die bevorstehende WM-Qualifikation macht, holte die ÖFB-Auswahl aus den jüngsten vier Partien drei Siege und ein Remis.
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