Arbeitskräftemangel

Hundstorfer: “Sind weiter auf Migration angewiesen”

Wirtschaft
10.07.2012 11:27
Sozialminister Rudolf Hundstorfer hat am Dienstag ein recht düsteres Bild der Zukunft des österreichischen Arbeitsmarktes gezeichnet. "Wir werden in den nächsten acht Jahren 170.000 Arbeitnehmer weniger haben, weil wir ganz einfach schrumpfen", sagte er im Ö1-"Morgenjournal". Daher werde kein Weg an mehr Arbeitsjahren und Migration vorbeiführen.

Die Geburtenzahlen in Österreich sinken, und die Bevölkerung altert - das macht sich natürlich auf dem Arbeitsmarkt bemerkbar, weiß der Minister. "Es kommt keine Jugend nach." Somit müsse ein Umdenkprozess eingeläutet werden.

"Menschen müssten länger arbeiten"
Einen Teil der auftretenden Lücke bei den künftigen Arbeitnehmern könne man mit mehr Qualifikation für Junge und einer höheren Erwerbsquote von Frauen auffangen. Auch müssten Menschen über 60 länger arbeiten. Dafür bräuchte es allerdings einen Einstellungswandel bei Arbeitgebern und Arbeitnehmern, so Hundstorfer.

Aber alle diese Maßnahmen werden nicht reichen. "Wenn wir unsere Gesamtwirtschaftsleistung aufrechterhalten wollen, brauchen wir Migration", meint der Minister. Daran führe kein Weg vorbei.

Zuwanderung aktiv und positiv gestalten
Es gibt zwar jetzt schon Maßnahmen wie die Rot-Weiß-Rot-Card, die den Fachkräftemangel bekämpfen sollen, allerdings hat sich der erwartete Erfolg derzeit noch nicht eingestellt. Österreich wäre nach Ansicht Hundstorfers daher gut beraten, die Zuwanderung aktiv und positiv zu gestalten. Zusätzliche Möglichkeiten für Zuwanderung fordert er aber nicht, es sollten nur die bestehenden Möglichkeiten auch genutzt werden.

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