Wer hat wen zu dem Blutbad angestiftet? Wo wurden die Tatwaffen entsorgt? Wo befinden sich die 30.000 Euro der getöteten Stephanie V.? Gibt es weitere Mitwisser des Verbrechens im Gemeindebau? Nach dem Fahndungserfolg der Wiener Polizei (siehe Infobox) können sich die Ermittler auch jetzt noch nicht zurücklehnen.
Jüngerer Verdächtiger streitet alles ab
Obwohl die sichergestellten Beweise, z.B. DNA-Spuren auf einer Zigarette, die in der Nähe des Tatorts weggeworfen wurde, zumindest den 46-jährigen Andi B., belasten, schweigen die Männer bei den Vernehmungen beharrlich. Der Jüngere, Martin S. (35), lässt immerhin über seinen Anwalt Marcus Januschke ausrichten: "Ich habe mit diesem Verbrechen nicht das Geringste zu tun."
Sohn von Getöteter (89) fordert Vergeltung
Für blanken Hohn hält diese Aussage der Sohn eines Mordopfers, Heinz V. (68), Sohn der getöteten 89-jährigen Stephanie V. Er erklärt im Gespräch mit der "Krone": "Ich forderte Vergeltung. Diese Verbrecher haben meine über alles geliebte Mama auf dem Gewissen. Jetzt sollten sie zumindest so viel Anstand haben und die Tat zugeben."
Duo bedachte Trauernden mit "Trostspende"
Doch Anstand ist für Andi B. und Martin S. – für sie gilt die Unschuldsvermutung – offenbar ein Fremdwort. Denn wie ist es sonst erklärbar, dass sie Heinz V., als der trauernde Mann nach der Bluttat Ansprache bei seinen "Freunden" suchte, ihm eine Visitenkarte von der Opferschutzorganisation "Weißer Ring" in die Westentasche steckten und erklärten: "Dort finden Menschen wie du Hilfe."?
Am Freitag wurden die Verdächtigen in Untersuchungshaft genommen und in die Justizanstalt Wien-Josefstadt überstellt. Sprecher Thomas Vecsey: "Wir werden das ganze Wochenende mit den Befragungen weitermachen."
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