Linz-Coach nach 1:1

„6-Sekunden-Gegentor hat uns vielleicht geholfen“

Oberösterreich
17.02.2024 22:09

Bundesliga-Krösus Salzburg hat mit Aufsteiger Blau-Weiß weiterhin ein Problem! Die Bullen kamen nach dem Hinspiel-0:1 auch in Linz über ein 1:1 nicht hinaus. Trotz des Führungstores nach nur sechs Sekunden (!), über das BW-Linz-Coach Scheiblehner sagte: „Vielleicht hat es uns sogar geholfen!“

Blau-Weiß spielt den Ball vom Anstoßpunkt zurück, 20 Meter vor dem Tor stoppt Verteidiger Maranda den Ball für Goalie Schmid, dessen Abschlagversuch der anlaufende Salzburger Petar Ratkov blockt - ins Linzer Gehäuse! Sechs Sekunden (!) waren gespielt, als im Hofmann Personal Stadion viele ihren Platz noch nicht eingenommen hatten, sich alle verdutzt anstarrten. Und Bulle Ratkov der Rekord des schnellsten Tors der Ligageschichte sicher war. Den bisher mit Patrik Jezek ebenfalls einen Salzburger gehalten hatte, er hatte 2007 nach zehn Sekunden getroffen.

Rekordtor war irregulär
Wobei das Blitztor nicht hätte zählen dürfen! Der Stürmer war beim Anstoß zu früh in die gegnerische Hälfte gestartet, doch die Referees hatten nichts gemerkt – und der VAR darf in dieser Situation nicht eingreifen. „Klar haben wir uns zu lange Zeit gelassen und darf er nie zum Ball kommen. Aber es ist auch eine Gemeinheit, dass das Tor zählt“, sagte Maranda. „Fehler passieren, aber dass es keiner der Referees sieht, ist schon bitter. Vielleicht hat uns das Tor aber sogar geholfen, weil sich Salzburg sicher gefühlt hat – und es war ja noch genug Zeit auszugleichen“, sagte Blau-Weiß Trainer Gerald Scheiblehner am Ende mit einem Schmunzeln. 

Freistoß zum 1:1 war einstudiert
Sein Team verteidigte sich danach geschickt - und schlug vorne per einstudiertem Krainz-Freistoß zu: Strauss gewann das Kopfballduell gegen Ulmer, verlängerte zu Maranda, der einnickte - 1:1 (11.)! Nach chancenarmer erster Hälfte hatten die mit mehr Spielanteilen ausgestatteten Bullen dann die besseren Chancen: Ratkov (51.), Gloukh (64.) vergaben, Susic traf die Stange (53.). Während Mensah und Pirkl für die Linzer (51.) vergaben, bei denen Joker Dobras nach einem bösen Foul noch Rot sah (96.).

BW-Linz-Coach: „Bin extrem stolz“
Am Ende wurden die nach 6 Sekunden belachten Linzer, die ein 1:1 erkämpften von den 5595 im ausverkauften Stadion frenetisch bejubelt! Kein Wunder, denn der heroisch fightende und gut organisierte Aufsteiger klaute dem Meister nach dem Auswärts-1:0 im Herbst wieder Punkte - damit der mit einem 7-Millionen-Kader ausgestattete Aufsteiger dem mit einem 220-Millionen-Kader Abo-Meister! Scheiblehner: „Man muss bedenken, mit welchen Mitteln wir arbeiten und mit welchen Salzburg. Ich bin extrem stolz auf die Mannschaft!“

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