Mehr Wölfe, weniger Nutztierverluste - so lässt sich die Großraubtier-Bilanz des Landes Tirol für das Jahr 2023 zusammenfassen. Im Vorjahr konnten zudem mindestens 25 verschiedene Wölfe nachgewiesen werden. Auch Kosten für Behirtung und gelenkte Weideführung ein Thema. Ziel bleibt die Senkung des Schutzstatus des Wolfes.
Mindestens 25 verschiedene Wolfsindividuen aus drei Herkunftspopulationen konnten im Vorjahr genetisch nachgewiesen werden. Das sind um ein Drittel mehr als noch 2022. Das zeigt die Bilanz über Großraubtiere in Tirol. Hinweise auf eine Rudelbildung liegen jedoch nicht vor, heißt es.
Neben Isegrim haben sich mit großer Wahrscheinlichkeit auch drei verschiedene Bären zumindest zeitweise in Tirol aufgehalten. Jenes Tier, das in Brandenberg (Bezirk Kufstein) gemeldet wurde, wurde in Salzburg von einem Zug erfasst und getötet. Zudem wurden auch vier Goldschakale nachgewiesen.
Zum Schutz der Almwirtschaft und im Sinne der Sicherheit der Bevölkerung werden wir diesen Weg auch im heurigen Jahr konsequent fortsetzen.
LHStv. Josef Geisler
Weniger Nutztierverluste
255 tote und 285 vermisste Weidetiere wurden Großraubtieren zugeordnet. Damit liegt man um 43 Prozent unter den Verlusten aus dem Jahr 2022. 15 Rinder und ein Pferd gehen auf das Konto von Wölfen. Die Nutztierverluste wurden vom Land Tirol mit über 160.000 Euro entschädigt.
Als Grund für die zurückgegangenen Verluste führt das Land auch den erhöhten Jagddruck an. 19 Abschussverordnungen gegen Schad- und Risikowölfe hat man erlassen. „Zum Schutz der Almwirtschaft und im Sinne der Sicherheit der Bevölkerung werden wir diesen Weg auch im heurigen Jahr konsequent fortsetzen“, erklärt LHStv. Josef Geisler, der weiter das Ziel verfolgt, den Schutzstatus des Wolfs zu senken sowie eine reguläre Bejagung zu ermöglichen.
Schutzprojekte und Kosten
Das Land Tirol hat im abgelaufenen Almsommer Herdenschutz-Pilotprojekte auf drei Schafalmen im Bezirk Landeck mit insgesamt 444.000 Euro unterstützt. Nutztierverluste durch Wölfe oder Bären gab es auf den betreffenden Almen keine.
Die Kosten für Behirtung, gelenkte Weideführung, Hunde und gesicherte Übernachtungsplätze zur Abwehr von Großraubtieren betrugen im vergangenen Almsommer auf den Pilotalmen durchschnittlich 133 Euro pro Schaf, 2022 waren es 114 Euro. Dem gegenüber stehen durchschnittliche Alpungskosten von fünf bis zehn Euro pro Schaf bei traditioneller Alpung mit freiem Weidegang sowie Verkaufserlöse von durchschnittlich 130 Euro für Lämmer und 550 Euro für Zuchttiere.
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