In der Präventionsarbeit sieht sich der Verein Neustart mit immer mehr Fällen schwerwiegender Konflikte in Beziehungen und Familien konfrontiert. Bei den Jugendlichen nehmen Cybermobbing und „Sexting“ im Internet zu. Die Zahl der jungen Straftäter steigt.
Das Internet stellt eine ganz besondere Herausforderung in der Präventionsarbeit bei Straftätern dar. Immer öfter sind Jugendliche in Cybermobbing-Fälle verwickelt. Im neuen Programm „sicher.net § 207a“ hat der Verein Neustart ebenso auf zur Bewährungshilfe zugewiesene Minderjährige zu achten.
Im Internet lauern viele Gefahren. Pornografie gehört dazu und ist im weltweiten Netz allgegenwärtig. Die Jugend wird damit sowohl absichtlich als auch unabsichtlich konfrontiert.
Alexander Grohs vom Verein Neustart
Strengere Gesetze
Die mit dem „Kinderschutzpaket“ der Bundesregierung verschärfte Gesetzeslage richtet sich vor allem gegen pädophile Sexualstraftäter. Betroffen sind aber genauso Kinder und Jugendliche, die mitunter aus anderen Motiven gegen den Paragraf 207a verstoßen, etwa beim „Sexting“ mit Gleichaltrigen, also dem Austausch von eigenen pornografischen Fotos oder Videos via Internet und Handy.
Mit Augenmaß
„Vielen Jugendlichen ist oft nicht bewusst, dass sie sich strafbar machen. Sie generell als pädophile Sexualstraftäter einzustufen, hätte jedoch fatale Folgen für die Präventionsarbeit“, gibt Neustart-Leiter Alexander Grohs zu bedenken.
Aufklärung gefragt
„Wenn zur Provokation Missbrauchsdarstellungen oder illegale Bilder von Minderjährigen beim ,Sexting’ geteilt und verbreitet werden, braucht es natürlich eine Normverdeutlichung“, ergänzt der Fachmann. Das Programm dauert rund ein halbes Jahr und beinhaltet Aufklärung über den rechtlichen Rahmen sowie Medienkompetenztrainings für Einzelne oder in Gruppen.
Wissen hilft
Ausschlaggebend sei für Grohs die zusätzliche Stärkung der Medienkompetenz und ein besseres umfassendes Wissen über die Problematik von Pornografie im Internet: „Hier die Grenzen wahrzunehmen und Empathie für die Opfer zu entwickeln, trägt entscheidend dazu bei, die Rückfallquote zu senken.“
300 Straffällige
Seit Jahrzehnten ist der Verein Neustart in der Straffälligenhilfe und Prävention tätig. Die Zahl der betreuten Personen erhöhte sich 2023 auf knapp 1100. 12 haupt- und 40 ehrenamtliche Mitarbeiter stehen ihnen zur Seite. Die Erweiterung des Teams in Eisenstadt führte im vergangenen Jahr zum Standortwechsel in die Esterházystraße 22. Derzeit befinden sich 300 Straffällige im Burgenland in mehrjähriger Betreuung durch die Bewährungshilfe.
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