Der Mühlviertler Christian Bräuer (47) sah bei einem Arbeitseinsatz an der Donau eine Frau im Fluss treiben. Er entledigte sich seiner Kleidung und schwamm im 2,2 Grad kalten Wasser zu der 61-Jährigen, begab sich dabei in Lebensgefahr. Dank seines Einsatzes konnte die Linzerin gerettet werden.
„Ich bin sehr froh, dass alles gut ausgegangen ist und der Aufwand sich gelohnt hat, denn das war eine wilde Partie“, sagt Lebensretter Christian Bräuer aus Oberneukirchen am Tag nach seiner Heldentat.
Der 47-Jährige hatte am Montagvormittag am Donauufer bei Plesching Wasserproben für die Linz AG genommen. Das Messgerät zeigte 2,2 Grad Celsius an. „Plötzlich hat ein älterer Herr geschrien, dass eine Frau im Fluss treibt. Das hab’ ich zuerst nicht geglaubt, sie dann aber selbst gesehen“, erzählt Bräuer.
Barfuß und in Unterhose
Da die Strömung an der Stelle extrem stark war, fuhr der Mühlviertler im Auto zu einer weniger gefährlichen Stelle die Donau hinab. „Ich hab’ mich bis auf die Unterhose ausgezogen und bin 15 Meter weit zu ihr geschwommen.“
Auf seine Rufe reagierte die Frau nicht. Laut Bräuer war sie bewusstlos, atmete aber: „Ich wollte verhindern, dass sie mich in Panik als Rettungsboje verwendet und in die Tiefe zieht.“
Ich bin körperlich recht fit, war früher bei den Bundesheer-Pionieren. Die Aktion war sehr gefährlich, aber in so einem Fall kann man nicht einfach zuschauen.
Lebensretter Christian Bräuer (47) aus Oberneukirchen im Mühlviertel
Diese Gefahr bestand nicht. Der 47-Jährige zog die Frau – eine Bosnierin (61) aus Linz – ans Ufer. Beide waren aber zuvor von der Strömung 50 Meter in Richtung Steyregg abgetrieben worden. Ein Jogger half, die Bewusstlose über die Uferböschung zu bringen.
„Die Frau hatte zwei schwere Jacken an, die wir ihr auszogen. Ich hab’ sie mit trockener Arbeitskleidung von mir zugedeckt.“ Ein Notarzt versorgte die stark Unterkühlte, sie wurde ins Spital gebracht und ist außer Lebensgefahr.
Wärmekammer
Bräuer fuhr in seine Firma duschen und dann nach Hause, wo er sich in die Wärmekammer setzte. „Mir war nur noch kalt, doch sonst hab’ ich alles gut überstanden.“
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