Ein Obdachloser (66) wurde tot in der Trattnach in Oberösterreich aufgefunden. Die Grieskirchner Stadtchefin Maria Pachner zeigt sich tief betroffen: „Er war immer in Bewegung, man hat ihn überall gesehen. Wenn jemand so dazugehört, vermisst man ihn.“ Die Todesursache ist noch unklar, derzeit wird Fremdverschulden ausgeschlossen.
„Er hat einfach dazugehört. Er ist immerzu herummarschiert, war im Ortsbild präsent und vertraut. Ich hab’ gestern erfahren, dass er gestorben ist und war betroffen und schon auch traurig. Wenn ein Mensch, der so zur Region gehört, verstirbt, vermisst man ihn“, sagt die Grieskirchner Bürgermeisterin Maria Pachner (ÖVP) über „Herrn N.“. Unter diesem Namen war Eduard V. (66) weit um bekannt. Nach einem Streit mit Wegweisung und Scheidung vor einigen Jahren wurde er zu einem ewigen Wanderer.
„War immer in Bewegung“
„Er ist im Sommer von 5 Uhr früh bis 22 Uhr abends unterwegs gewesen, war immer in Bewegung, war braun gebrannt und wirkte fit“, erinnert sich ein Grieskirchner Polizist an den Obdachlosen, der freilich niemals wie ein Sandler gewirkt habe, sondern immer verhältnismäßig gepflegt gewesen sei. Er hatte früher gearbeitet, hätte auch eine Pension bekommen, hatte diese aber nie beantragt, weil er vom Staat nichts haben wollte.
Unterschlupf in einem alten Stadl
Behördlicherseits war bekannt, dass „Herr N.“ ab und zu in einem alten Stadl oder einem baufälligen Haus Unterschlupf fand. Es gibt auch die Vermutung, dass er eine Art Stützpunkt hatte.
In der Trattnach entdeckt
Am Dienstag gegen 9.30 Uhr wurde seine nackte Leiche in der Trattnach treibend von einem Polizisten zufällig entdeckt und von der Feuerwehr geborgen. Er dürfte sich in der Nähe im Fluss gewaschen haben. Seine Kleidung wurde bisher noch nicht gefunden. Eine Obduktion zur Klärung der Todesursache wurde angeordnet, derzeit wird von der Staatsanwaltschaft Wels nicht von einem Fremdverschulden ausgegangen.
Als Außenseiter gebrandmarkt
Wohnungslose gelten als Außenseiter, sind aber dennoch Teil der Gesellschaft. Das zeigte auch die große Anteilnahme am Tod des im Dezember verstorbenen „Kupfermuckn“-Verkäufers Ilija Nicolic (75), der die Straßenzeitung mehr als 20 Jahre lang an der Linzer Mozartkreuzung verkauft hatte.
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