Mo, 25. Juni 2018

Gegen Betrug

19.04.2012 17:17

Ärztekammer Wien fordert e-card mit Foto

Nur weil Max Mustermann auf der Karte steht, muss Max Mustermann lange nicht der dazupassende Patient sein. Immer wieder teilen sich mehrere nicht versicherte Verwandte eine e-card, der Schaden ist oft enorm. Nach der Gift-Affäre um den "Drogenprimar" (siehe Infobox) fordern Ärzte ein Foto auf der Karte.

"Wir wollen schon lange ein Foto auf der e-card", erklärt Wiens Ärztekammer-Vizepräsident Johannes Steinhart. Billig wäre das Ganze aber nicht, 24 Millionen würde der "Foto-Spaß" schon kosten. "Wenn ein Arzt einen Ausweis kontrollieren will, dann kann er das jetzt schon tun", so Dieter Holzweber vom Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger. "Doch selbst geschulte Fachkräfte haben Schwierigkeiten, Fotos zuordnen zu können." Ob es nicht trotzdem notwendig wäre? Alleine 2011 wurden 46.720 e-cards als gestohlen und 161.689 als verloren gemeldet.

"Drogenprimar" wehrt sich gegen Vorwürfe
Indes wehrt sich der "Drogenprimar" aus Wien-Fünfhaus vehement gegen die Vorwürfe, 51 e-cards missbraucht und die Krankenkassen um 120.000 Euro betrogen zu haben. Laut seinem Anwalt Dr. Hermann Heller habe der Hausarzt die Karten in seiner inzwischen geschlossenen Ordination alphabetisch gelagert, als "besonderes Service" für seine großteils drogenabhängigen und dementsprechend schwierigen Patienten.

"Hinter den anonymen Anschuldigungen steht ein Racheakt eines Süchtigen, der kein Substitut bekam", so der Jurist zur "Krone".

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