Logischer Schritt

Triple-A-Entzug: S&P “bestraft” auch OÖ, Tirol und Wien

Österreich
25.01.2012 20:13
Die US-Ratingagentur Standard & Poor's, die bereits der Republik Österreich das sogenannte Triple-A entzog, hat auch unsere Bundesländer im Visier - und geht dabei nach gängigem Muster vor: Die New Yorker Finanzbeobachter stuften am Mittwoch die Bonität von sechs Ländern herab. Während Tirol, Oberösterreich und Wien ihr bisheriges Triple-A-Rating verloren, wurde der Ausblick für die bereits schlechter bewerteten Bundesländer Burgenland, Niederösterreich und Steiermark auf "negativ" gesetzt.

Österreich entsprechend haben nun sämtliche genannten Bundesländer ein "AA+"-Rating und wurden - wie zuvor die Republik - mit einem negativen Ausblick versehen. Laut S&P kam dieser Schritt alles andere als überraschend: Es sei grundsätzlich für eine lokale oder regionale Regierung nicht möglich, ein besseres Rating als ihr Souverän - hier die Republik - zu haben.

Pühringer: "Logisch, aber ungerecht"
Folglich fielen die Reaktionen in den betroffenen Ländern ziemlich emotionslos aus. Wenn ein ganzes Haus abgewertet werde, könne nicht ein Stockwerk ausgenommen werden, meinte etwa der oberösterreichische Landeshauptmann Josef Pühringer. Dennoch sei schon die Herabstufung des Bundes ungerecht gewesen - und beim Land Oberösterreich angesichts seiner Bonität, Verschuldung und Liquidität sei dies umso ungerechter - ebenso bei Tirol und Wien.

Unmittelbaren Handlungsbedarf sieht Pühringer - ähnlich wie seine Kollegen in den Ländern - nicht. Jetzt sei abzuwarten, was der Bund zur Budgetkonsolidierung unternehme. Die Länder würden die Maßnahmen mittragen.

Was die übrigen drei Bundesländer betrifft, hat Standard & Poor's nichts zu melden. Kärnten lässt sich nicht von S&P, sondern von der Agentur Moody's bewerten. Nach einem Bericht des "Wirtschaftsblatts" vom November rangiert das südliche Bundesland bei einem "Aa3", der viertbesten Note, die Moody's zu vergeben hat. Auch Kärntens Ausblick sei negativ. Salzburg und Vorarlberg gelten als "Rating-Abstinenzler" - sie verzichten auf externe Beurteilungen.

Heimischen Banken bleibt "A" erhalten
Die Kreditwürdigkeit für Österreichs Banken hat S&P indessen am Mittwoch bestätigt. Die Bonität der Erste Group Bank und ihrer tschechischen Tochter Ceska Sporitelna, der Raiffeisen Zentralbank, ihrer Tochter Raiffeisen Bank International und der Kommunalkredit- Bad-Bank KA Finanz werde weiterhin mit "A" eingestuft. Mit Ausnahme der KA Finanz sei der Ausblick der untersuchten Institute "negativ".

S&P kündigte zudem an, die Regionalbanken Oberösterreichische Landesbank AG und Hypo Niederösterreich einer Bewertung unterziehen zu wollen, nachdem die Bonitätsprüfung der jeweiligen Bundesländer abgeschlossen sei. Dasselbe gilt demnach für die UniCredit Bank Austria AG, deren Kreditwürdigkeit im Anschluss an die Überprüfung der Konzernmutter UniCredit erfolgen werde.

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